An der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin-Lichtenberg sind auf Damentoiletten versteckte Kameras entdeckt worden. Die Polizei hofft nun, durch Fingerabdrücke oder DNA-Spuren den Täter zu ermitteln.
Fund der Kameras
Bereits am Mittwoch wurden die Beamten zum Campus Alt-Friedrichsfelde gerufen, nachdem Studierende eine Kamera gefunden hatten. Bei der Durchsuchung der Sanitäranlagen entdeckten Polizisten eine zweite Kamera. Die Hochschule erstattete Anzeige, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Behörde ermittelt wegen des Verdachts auf Eingriff in den höchstpersönlichen Lebensbereich. Die Toiletten waren öffentlich zugänglich.
Technische Details
Nach Informationen des RBB waren die Kameras mit Klettband unter Hygienebeutelspendern befestigt. Die Geräte konnten keine Bilder in Echtzeit senden; um an Aufzeichnungen zu gelangen, hätten sie abgenommen werden müssen. Der Polizeisprecher konnte dazu keine Angaben machen. Die Kameras werden kriminaltechnisch untersucht, um festzustellen, ob Speicherkarten eingesetzt waren oder die Aufnahmen möglicherweise direkt online übertragen wurden.
Reaktion der Hochschule
Die Hochschule will die Kontrollen aller WC- und Sanitärbereiche deutlich verstärken. Sämtliche Kontrollen und mögliche Auffälligkeiten sollen lückenlos dokumentiert werden.
Verdächtiger Fund im Bezirksamt
Auch der Bezirk Lichtenberg reagierte auf den Fund und stieß in eigenen Liegenschaften in Alt-Friedrichsfelde 60, die vom Bezirksamt genutzt werden, auf verdächtige Klettvorrichtungen zur Befestigung von Kameras in Damentoiletten. Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU) erklärte: „Ich bin fassungslos und kann diese abscheuliche Tat nur deutlich verurteilen. Der oder die Täter haben widerlich gehandelt und sich strafbar gemacht.“ Er habe für das Bezirksamt Lichtenberg Anzeige erstattet. Der Polizeisprecher konnte zu diesem Fall nichts sagen, ging aber davon aus, dass die zuständige Polizeidirektion eingeschaltet wurde.



