Ein ehemals international anerkannter Kinderfotograf ist am Kölner Landgericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der heute 57-jährige Mann im Jahr 2002 einen damals zehnjährigen Jungen während einer Reise zu einem Fotoshooting auf Sardinien missbraucht hatte.
Freispruch in zwei Fällen
In zwei weiteren Fällen, die ehemalige Fotomodels betrafen, wurde der Angeklagte hingegen freigesprochen. Die Kammer bescheinigte dem Mann eine über drei Jahrzehnte ausgelebte pädosexuelle Neigung. Er habe seine herausragende berufliche Stellung genutzt, um Opfer zu akquirieren, was den Taten einen ausbeuterischen Charakter verleihe.
Therapie und Sicherungsverwahrung
Das Gericht legte dem 57-Jährigen eine Therapie nahe und warnte: Bei Rückfälligkeit müsse er mit Sicherungsverwahrung rechnen. Die Neuverhandlung war nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs nötig geworden, der frühere Freisprüche wegen Fehlern in der Beweiswürdigung aufgehoben hatte. Andere Schuldsprüche gegen den Mann sind bereits rechtskräftig.
Der 57-Jährige verbüßt seine Haft bereits seit August vergangenen Jahres in einem Gefängnis in Nordrhein-Westfalen. In die nun verhängte Gesamtfreiheitsstrafe floss eine Strafe von vier Jahren und zehn Monaten Haft aus dem Jahr 2022 mit ein. Die Entscheidung des Gerichts unterstreicht die Schwere der Taten und die Notwendigkeit, Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen.



