Die Carossastraße in Berlin-Spandau wird nach jahrelanger Debatte umbenannt. Künftig erinnert der Straßenname an eine Siemens-Zwangsarbeiterin, die als Kind nach Spandau verschleppt worden ist. Die feierliche Umbenennung findet am 3. Juli von 9.30 bis 11 Uhr an der Goltzstraße Ecke Carossastraße statt.
Jahrelange Diskussion im Rathaus
Viele Jahre wurde im Rathaus über die Umbenennung diskutiert. Nun steht der letzte Schritt im Berliner Westen bevor. Die Entscheidung fiel nach einer ungewöhnlichen und langwierigen Debatte. Der neue Name soll an das Schicksal der Zwangsarbeiterin erinnern, die unter den Nationalsozialisten leiden musste.
Hintergrund der Umbenennung
Die Carossastraße war bisher nach dem Schriftsteller Hans Carossa benannt, der in der NS-Zeit umstrittene Positionen vertrat. Kritiker warfen ihm vor, sich mit dem Regime arrangiert zu haben. Der Bezirk Spandau entschied sich daher für eine Neubenennung. Die neue Namensgeberin ist eine ehemalige Zwangsarbeiterin bei Siemens, die als Kind nach Spandau deportiert wurde. Mit der Umbenennung soll ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt werden.
Im Zuge der Neugestaltung entstehen an der Carossastraße rund 1800 Wohnungen. Die Umbenennung betrifft auch die Anwohner, die ihre Adressen ändern müssen. Der Bezirk hat einen Übergangszeitraum für die Umstellung eingeräumt.



