Behörden rücken bei privater Tigerhaltung in Dölzig bei Leipzig ein
Behörden rücken bei privater Tigerhaltung in Dölzig ein

Einsatz in privater Tigerhaltung: Behörden setzen Auflagen durch

Anderthalb Monate nach dem spektakulären Ausbruch eines Tigers in Dölzig bei Leipzig haben Polizei und Veterinäramt am Morgen einen größeren Einsatz in der privaten Tigerhaltung gestartet. Ziel ist die Umsetzung behördlicher Anordnungen, wie der Sprecher des Landratsamtes Nordsachsen, Thomas Seidler, mitteilte. Die Anlage gehört einer ehemaligen Zirkusartistin, aus deren Bestand Mitte Mai ein Tiger entkommen war. Das Tier verletzte einen 72-jährigen Helfer schwer und wurde anschließend von der Polizei erschossen.

Frist für Verbesserungen abgelaufen

Das Landratsamt hatte die Dompteurin aufgefordert, die Haltungsbedingungen für die verbliebenen Tiger zu verbessern. Die dafür gesetzte Frist ist nun abgelaufen. Welche konkreten Maßnahmen die Behörden ergriffen haben, will Seidler nach Abschluss des Einsatzes mitteilen. Die Behörden verlangen von der Halterin die Einhaltung eines sogenannten Säugetiergutachtens. Dieses schreibt für ein bis zwei Tiger ein Außengehege von mindestens 200 Quadratmetern vor; für jedes weitere ausgewachsene Tier kommen je 100 Quadratmeter hinzu. Nach dem Abschuss des Tigers leben laut Behördenangaben noch acht Tiere in der Anlage.

Hintergrund: Ausbruch und rechtliche Schritte

Die Besitzerin hatte sich gegen die Auflagen gewehrt. Das Landratsamt hatte als Option die Wegnahme von Tieren genannt, um den Bestand an die aktuell verfügbaren Flächen anzupassen. Der Ausbruch ereignete sich am 17. Mai in einem Gewerbegebiet nahe der Autobahn 9 in Dölzig, einem Ortsteil von Schkeuditz. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen. Der Einsatz am Morgen zeigt, dass die Behörden entschlossen sind, die Sicherheitsauflagen durchzusetzen, um weitere Vorfälle zu verhindern.

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