Antisemitischer Angriff in Berlin-Prenzlauer Berg gefilmt: Staatsschutz ermittelt
Antisemitischer Angriff in Berlin gefilmt: Staatsschutz ermittelt

In Berlin-Prenzlauer Berg ist es am Samstag zu einem antisemitischen Vorfall gekommen, der von einer Augenzeugin gefilmt wurde. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt nun gegen zwei bislang unbekannte Personen wegen des Verdachts der Volksverhetzung und Beleidigung.

Vorfall am Samstagnachmittag

Gegen 15:30 Uhr beleidigten zwei Personen auf der Fehrbelliner Straße zwischen Choriner Straße und Kastanienallee ein Paar mit judenfeindlichen Parolen. Wie ein Polizeisprecher dem Tagesspiegel bestätigte, riefen die Täter unter anderem „Fuck Zionismus“ („Scheiß Zionismus“) und „Viva Hamas“ („Es lebe die Hamas“). Das Paar schob einen Kinderwagen, wie die Augenzeugin berichtete.

Video dokumentiert die Tat

Ein Video der Jüdischen Allgemeinen zeigt die Szene: Die Täter, ein Mann und eine Frau, rufen die Parolen in Richtung des Paares. Der Mann trug ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Intifada“ in arabischer Schrift. Als der männliche Täter bemerkte, dass die Situation gefilmt wurde, ging er auf die Filmende zu, forderte sie auf, das Handy wegzulegen („Verpiss dich, Alter, Handy weg“) und wurde handgreiflich: Er schubste und bedrohte die Frau.

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Augenzeugin erstattet Anzeige

Die Augenzeugin, die anonym bleiben möchte, lebt in Israel und war zu Besuch in Berlin. Sie gab an, die judenfeindlichen Äußerungen zufällig gehört zu haben, als sie aus einem Taxi stieg, und sofort mit dem Filmen begonnen zu haben. Sie erklärte: „Es wirkte sehr routiniert, wie sie gezielt Menschen einschüchtern wollten.“ Noch am selben Tag erstattete sie Strafanzeige bei der Berliner Polizei, weil ihr wichtig war, „diesen Vorfall zu dokumentieren“. Sie selbst sei nicht jüdisch, arbeite aber in Israel und habe bereits judenfeindliche Anfeindungen erlebt.

Ermittlungen des Staatsschutzes

Ein Polizeisprecher bestätigte den Eingang der Strafanzeige am 4. Juli. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt nun wegen des Verdachts der Volksverhetzung und Beleidigung. Die Täter sowie die betroffenen Personen, gegen die sich die Beleidigungen richteten, sind der Polizei bislang nicht bekannt. Die Ermittlungen dauern an.

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