450 Heidschnucken werden geschoren
Einmal im Jahr ist es wieder so weit: Die Heidschnucken-Herden werden geschoren. In der Schäferei Grasengrund bei Soltau herrscht Hochbetrieb, wenn 450 Tiere ihre dicke Wolle loswerden. Die Prozedur ist für die Schafe aufregend und mit einer gewissen Lautstärke verbunden, wie Steffen Albers, Assistent der Geschäftsführung der VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide, erklärt.
Ablauf der Schur
Nur die Alttiere werden einmal im Jahr dieser Prozedur unterzogen. Die diesjährigen Lämmer sind noch nicht so weit und bleiben zunächst ungeschoren. Mehrere Scherer, die schwerpunktmäßig aus Osteuropa kommen, nehmen sich ein Tier nach dem anderen vor. „Das ist ein Knochenjob und Kopfhörer sind dabei auch ganz gut“, betont Albers. Pro Schnucke benötigt ein erfahrener Scherer drei bis vier Minuten. Heidschnucken können sechs bis acht Jahre alt werden, die Böcke auch etwas älter.
Hintergrund der Herden
Zum VNP gehören insgesamt sechs Herden mit rund 2.500 Heidschnucken. Die grau gehörnte Heidschnucke ist die bedrohte Haustier-Rasse des Jahres 2026, weshalb der VNP auf einen angemessenen Preis für die Wolle hofft. „Grundsätzlich ist es sehr schwierig, die Wolle an Firmen zu bringen“, erklärt Albers.
Verwendung der Wolle
Die Wolle der Heidschnucken kann zu verschiedenen Produkten verarbeitet werden. Dazu gehören Filzmatten, Sitzkissen im Auto oder Auslagen im Kofferraum. Zuletzt habe eine Firma aus Niedersachsen die Wolle der vergangenen vier Jahre abgeholt. „So kriegen wir etwas zurück und nähern uns der schwarzen Null“, sagt Albers. Die Schur ist ein wichtiger Bestandteil der Pflege der Heidschnucken und trägt zur Erhaltung dieser traditionellen Haustierrasse bei.



