Weichmacher in Sonnencremes: Ein unterschätztes Risiko
Die Nachricht über gefährliche Weichmacher in Sonnencremes verunsichert viele Verbraucher, insbesondere Eltern. Bereits im Herbst 2023 wurden in Nordrhein-Westfalen Abbauprodukte des verbotenen Weichmachers DnHexP im Urin von Kindern nachgewiesen. Die Substanz, die in der Europäischen Union aufgrund ihrer fruchtbarkeitsschädigenden Wirkung verboten ist, gelangte offenbar über Sonnenschutzmittel in den Körper der Kinder.
Öko-Test fand Spuren in sieben Produkten
Im Sommer 2024 untersuchte die Zeitschrift „Öko-Test“ 25 Kindersonnencremes und fand in sieben Produkten Spuren der verbotenen Chemikalie. Dies bestätigt die Befürchtung, dass trotz des EU-weiten Verbots weiterhin Rückstände in Kosmetika auftauchen. Der Toxikologe Carsten Schleh, Autor der Bücher „Vorsicht, da steckt Gift drin!“ und „Die Wahrheit über unsere Drogen“, bewertet die Lage als ernst.
So erkennen Sie bedenkliche Inhaltsstoffe
Experten raten, beim Kauf von Sonnencremes auf die Inhaltsstoffe zu achten. Produkte mit Duftstoffen oder Parabenen sollten gemieden werden. Stattdessen empfiehlt sich mineralischer Sonnenschutz mit Zinkoxid oder Titandioxid, da diese physikalisch wirken und kaum in die Haut eindringen. Auch das Umweltbundesamt warnt vor Weichmachern in Kosmetik und empfiehlt, auf Produkte mit dem EU-Umweltzeichen zu achten.
Was tun bei Verdacht auf Belastung?
Wer bereits eine belastete Sonnencreme verwendet hat, muss nicht in Panik geraten. Die einmalige Anwendung führt nicht zwangsläufig zu gesundheitlichen Schäden. Allerdings sollten Eltern bei wiederholter Nutzung auf Nummer sicher gehen und die betroffenen Produkte entsorgen. Langfristig könne die Belastung mit Weichmachern das Hormonsystem beeinträchtigen, so Schleh. Er rät, Sonnencremes für Kinder vorzugsweise in Apotheken zu kaufen und auf unabhängige Testsiegel zu vertrauen.
Fazit: Vorsicht ist besser als Nachsicht
Die Aufdeckung der Weichmacher in Sonnencremes zeigt, dass auch bei alltäglichen Produkten eine kritische Haltung angebracht ist. Durch bewusste Kaufentscheidungen und die Wahl von zertifizierten Naturkosmetikprodukten können Verbraucher das Risiko minimieren. Dennoch bleibt die Forderung nach strengeren Kontrollen und einer lückenlosen Rückverfolgbarkeit von Inhaltsstoffen bestehen.



