Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird bei Erwachsenen oft viel zu spät erkannt – mitunter mit drastischen Folgen. In Deutschland haben mehr als vier Millionen Menschen die Diagnose ADHS. Tamara Spielmann ist eine von ihnen. Doch ihr Weg zur Diagnose war steinig, wie sie der Zeitschrift „Myself“ der FUNKE Mediengruppe erzählt.
Jahrelange Ungewissheit und Verzweiflung
Lange Zeit wusste Tamara nicht, was mit ihr los ist. Die Verzweiflung trieb sie bis zu einem Suizidversuch. „Wenn ich mit meiner Geschichte Frauen, die nicht wissen, dass sie ADHS haben, helfen und manch einer sogar das Leben retten könnte, wäre ich sehr glücklich“, erklärt Tamara. Ihren Leidensweg würde sie anderen gerne ersparen.
Die Diagnose: Ein Wendepunkt
Ihre Diagnose erhielt sie von der Fachärztin Astrid Neuy-Lobkowicz. Diese erklärt, warum ADHS so schwer zu erkennen ist – insbesondere bei Frauen – und was sie Betroffenen rät. „Das Ungeheuer brach aus mir heraus“, beschreibt Tamara das Gefühl, endlich zu verstehen, was in ihr vorgeht.
Warum ADHS bei Frauen oft unentdeckt bleibt
ADHS wird bei Frauen häufig nicht erkannt, weil die Symptome anders ausgeprägt sind als bei Männern. Während Jungen oft hyperaktiv und impulsiv sind, zeigen Mädchen eher unaufmerksames Verhalten und Tagträumerei. Dies führt dazu, dass die Störung oft als Charakterschwäche oder emotionale Labilität fehlinterpretiert wird.
Folgen unbehandelten ADHS
Bleibt das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom unbehandelt, können Depressionen, Angststörungen oder sogar ein Suizidversuch die Folge sein. Tamara musste dies am eigenen Leib erfahren. Heute möchte sie andere Frauen sensibilisieren und ihnen helfen, frühzeitig die richtige Diagnose zu erhalten.
Was Betroffenen wirklich hilft
Die Fachärztin Astrid Neuy-Lobkowicz betont, dass eine frühzeitige Diagnose und eine multimodale Therapie entscheidend sind. Dazu gehören Medikamente, Psychotherapie und Verhaltenstraining. Auch Selbsthilfegruppen und Aufklärung können Betroffenen helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen.
Unterstützungsangebote für ADHS-Betroffene
In Deutschland gibt es zahlreiche Anlaufstellen für Menschen mit ADHS, darunter spezialisierte Ambulanzen, Beratungsstellen und Online-Portale. Tamara rät: „Sucht euch professionelle Hilfe und lasst euch nicht entmutigen. Es ist nie zu spät, sein Leben in den Griff zu bekommen.“
Tamaras Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, ADHS ernst zu nehmen und frühzeitig zu behandeln. Mit ihrer Offenheit hofft sie, anderen Betroffenen Mut zu machen und ihnen den Weg zur Diagnose zu erleichtern.



