Sepsis kostete ihn die Beine – jetzt wandert er 1400 km auf Prothesen
Sepsis kostete Beine – jetzt wandert er 1400 km

Es ist eine Geschichte, die an ein Wunder grenzt: Vor drei Jahren wütete in Rogers Körper eine schwere Sepsis. Sein Immunsystem reagierte über und begann, körpereigene Strukturen zu zerstören. Die Ärzte sahen keinen anderen Ausweg, als seine Unterschenkel und fünf Fingerglieder zu amputieren. Auch sein Dickdarm musste entfernt werden. Heute, Jahre später, trotzt der Schweizer seinem Schicksal: Er wandert auf zwei Beinprothesen durch Südeuropa – insgesamt 1400 Kilometer. Sein Ziel: Auf die tödlichen Gefahren der Sepsis aufmerksam zu machen.

Ein Kampf gegen die Zeit

Die Sepsis, oft auch Blutvergiftung genannt, ist eine lebensbedrohliche Komplikation einer Infektion. Rogers Fall zeigt, wie schnell die Erkrankung außer Kontrolle geraten kann. Innerhalb weniger Stunden griff die Überreaktion des Immunsystems auf den gesamten Körper über. „Ich war dem Tod näher als dem Leben“, erinnert sich Roger im Gespräch mit BILD. Die Amputation war für ihn der einzige Weg, um zu überleben. Doch aufgeben kam für ihn nie in Frage.

Der Weg durch Südeuropa

Seine Wanderung startete in Genf und führt ihn durch malerische Landschaften Südeuropas. Jeder Schritt ist eine Herausforderung: Die Prothesen reiben, die Muskeln schmerzen, und das Gleichgewicht zu halten ist anstrengend. Dennoch legt Roger täglich mehrere Kilometer zurück. „Ich will zeigen, dass man auch mit schweren Behinderungen Großes erreichen kann“, sagt er. Gleichzeitig nutzt er jede Gelegenheit, um über Sepsis zu informieren. Er verteilt Flyer, spricht mit Passanten und gibt Interviews.

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Die Motivation, zu kämpfen

Was treibt einen Menschen an, der so viel verloren hat? Roger spricht von einer inneren Stärke, die er vor der Erkrankung nicht kannte. „Ich habe gelernt, das Leben neu zu schätzen. Jeder Sonnenaufgang, jeder freundliche Mensch am Wegesrand ist ein Geschenk.“ Seine Familie und Freunde unterstützen ihn, aber auch die Begegnungen unterwegs geben ihm Kraft. Besonders berührt ihn die Geschichte einer Frau, deren Vater an Sepsis starb. „Sie hat mir gesagt, dass meine Aktion ihr hilft, mit dem Verlust umzugehen. Das gibt mir einen Sinn.“

Ein Aufruf zur Vorsorge

Roger appelliert an alle, die Symptome einer Sepsis ernst zu nehmen: Fieber, Verwirrtheit, schnelle Atmung und ein starkes Krankheitsgefühl können erste Anzeichen sein. „Je früher erkannt, desto besser die Überlebenschancen. Ich hatte Glück im Unglück, aber viele sterben daran.“ Seine Wanderung ist noch nicht beendet. Noch Hunderte Kilometer liegen vor ihm. Doch er ist entschlossen, sein Ziel zu erreichen – nicht nur für sich selbst, sondern für alle, die von Sepsis betroffen sind.

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