Organspenden in Deutschland: 12 Prozent mehr, Hamburg Spitzenreiter
Organspenden: 12 Prozent mehr, Hamburg Spitzenreiter

Die Zahl der Organspenden in Deutschland ist in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 deutlich gestiegen. Wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mitteilte, wurden bis Ende Mai insgesamt 1405 Organe gespendet – das sind gut zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, als es 1253 waren. Trotz dieses Anstiegs reichen die gespendeten Organe bundesweit jedoch nicht aus, um allen Patienten auf den Wartelisten eine Transplantation zu ermöglichen.

Hamburg als Vorreiter bei Organspenden

Besonders hervorzuheben ist die Hansestadt Hamburg: Laut DSO kommen dort rechnerisch 35 Organspender auf eine Million Einwohner – der bundesweite Durchschnitt liegt bei lediglich 13,1. In absoluten Zahlen wurden in Hamburg von Januar bis Ende Mai 105 Organe transplantiert, eine deutliche Steigerung gegenüber 86 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch Berlin verzeichnet einen Zuwachs: Von 39 Organen im Jahr 2025 stieg die Zahl auf 73 in diesem Jahr.

Wartelisten bleiben lang

Die DSO betont, dass die gespendeten Organe weiterhin nicht ausreichen, um allen rund 8200 Menschen auf den Wartelisten zu helfen. Im Jahr 2025 erhielten lediglich 3150 Patienten ein Spenderorgan. Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage bleibt also groß.

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Diskussion um Widerspruchsregelung

In Deutschland müssen Spender oder deren Angehörige einer Organentnahme zu Lebzeiten explizit zustimmen – anders als in vielen anderen europäischen Ländern. Eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten aus verschiedenen Fraktionen fordert nun eine grundlegende Neuregelung: Ab 2030 soll jeder Volljährige und Einwilligungsfähige zunächst als Organspender gelten, es sei denn, er widerspricht ausdrücklich. Eine andere Abgeordnetengruppe lehnt diese sogenannte Widerspruchsregelung ab und bezeichnet sie als „Grundrechtseingriff“. Die Debatte um eine Reform der Organspende in Deutschland wird damit weiter an Fahrt gewinnen.

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