Forscherin stirbt bei Flugzeugabsturz in Brasilien
Große Trauer um eine beliebte Tierforscherin: Lydia Möcklinghoff, Zoologin, Autorin und bekannt aus dem Kosmos der „Sendung mit der Maus“, ist bei einem Flugzeugabsturz in Brasilien ums Leben gekommen. Die 45-Jährige starb am 3. Juli 2026, als ihr Flugzeug kurz nach dem Start vom Flughafen Santa Maria nahe Campo Grande im Bundesstaat Mato Grosso do Sul abstürzte. Auch der Pilot Henrique Martin kam bei dem Unglück ums Leben. Möcklinghoff war auf dem Weg ins Pantanal, um dort ihre Forschung an Großen Ameisenbären fortzusetzen.
Pionierarbeit im Pantanal
Lydia Möcklinghoff galt als erste Wissenschaftlerin, die das Leben des Großen Ameisenbären über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr kontinuierlich beobachtete und erforschte. Ihre Arbeit konzentrierte sich unter anderem darauf, wie Ameisenbären Plantagen-Habitate nutzen und möglicherweise über Duftmarken kommunizieren. Der WDR, in dessen „MausLive“-Sendung auf WDR 5 sie die Reihe „Lydia im Pantanal“ beziehungsweise „Lydias Pantanal-Abenteuer“ hatte, bezeichnete sie liebevoll als „Maus-Forscherin“. Neben ihrer Forschung war sie auch als Buchautorin, Vortragsrednerin und in Podcasts aktiv.
Zoo Dortmund trauert um langjährige Partnerin
Der Zoo Dortmund, mit dem Möcklinghoff über viele Jahre eng zusammengearbeitet hatte, zeigte sich tief betroffen. In Social-Media-Postings hieß es: „Lydia war für uns weit mehr als eine geschätzte Forschungspartnerin. Über viele Jahre standen wir mit ihr in engem Austausch und unterstützten ihre wissenschaftliche Arbeit zu großen Ameisenbären in Brasilien.“ Viele ihrer Erkenntnisse seien direkt in die Haltung und das Management der Tiere in Zoos eingeflossen. Der Zoo würdigte sie als „warmherzigen, lebensfrohen und außergewöhnlich engagierten Menschen“, der durch ihre Medienarbeit viele Menschen für Natur- und Artenschutz begeistert habe.
Ein Leben für den Artenschutz
Die in Wilhelmshaven (Niedersachsen) geborene Zoologin verband wissenschaftliche Forschung stets mit breiter Öffentlichkeitsarbeit. Ihre Arbeit trug maßgeblich zum Verständnis der bedrohten Ameisenbären bei und half deutschen Zoos, die Haltungsbedingungen für diese seltenen Tiere zu verbessern. Der Zoo Dortmund betonte, dass sie eine „wichtige Stimme für die Tierwelt des Pantanals“ gewesen sei. Ihr Tod hinterlässt eine große Lücke in der Wissenschaftsgemeinde und bei allen, die sie kannten.



