Dr. Matthias Riedl, ärztlicher Direktor des Medicum Hamburg, warnt vor dem Konsum von Cola und Bier bei hohen Temperaturen. Diese Getränke seien besonders für Frauen problematisch, da sie den Hormonhaushalt stören könnten. Stattdessen empfiehlt er Wasser, ungesüßte Tees oder selbst aromatisiertes Wasser.
Cola und Bier: Keine guten Durstlöscher
Laut Riedl trinken Deutsche viel zu viel Cola und Bier. „Wir haben, wenn man so will, ein Cola- und Bier-Problem. Tatsächlich trinken wir von beidem viel zu viel“, sagt der Ernährungsmediziner. Cola enthält große Mengen Zucker – ein Patient von Riedl, ein Maurer, habe täglich zwei bis drei Liter Cola getrunken und sich dadurch Übergewicht und Diabetes „angetrunken“. Auch Diät-Cola sei keine Alternative, da Süßstoffe den Appetit regulieren und die Darmflora beeinträchtigen können. Zudem enthaltene künstliche Phosphate könnten Menschen mit Nierenschwäche schädigen.
Auswirkungen auf Frauen
„Wir wissen auch, dass sie bei Frauen den Hormonhaushalt stören können – schon ein Glas am Tag“, warnt Riedl. Limonaden förderten zudem Hautunreinheiten und wirkten entzündungsfördernd. Wer nicht auf Limonade verzichten möchte, sollte zu Biolimonade mit reduzierter Zuckermenge greifen – aber nur gelegentlich, wie ein Glas Wein.
Aromatisiertes Wasser: Selbst machen statt kaufen
Aromatisierte Fertiggetränke aus dem Supermarkt enthalten oft künstliche Aromen und Süßstoffe, kritisiert Riedl. Er empfiehlt, Wasser selbst mit Früchten und Kräutern wie Limetten, Minze oder Melone aufzupeppen – „aromatisiertes Wasser ohne Chemie“.
Bier und alkoholfreie Alternativen
Alkohol ist bei Hitze problematisch: „Deutschland trinkt doppelt so viel Alkohol wie der Weltdurchschnitt“, so Riedl. Täglicher Bierkonsum sei abzuraten. Alkoholfreies Bier mit 0,0 Promille sei eine gute Alternative, Biermischgetränke wie Radler jedoch wegen der enthaltenen Limonade ungesund.
Heißgetränke und Leitungswasser
Heiße Getränke wie Pfefferminztee fördern das Schwitzen und kühlen den Körper. Fertig-Eistee ist wegen Zucker oder Süßstoff tabu. Leitungswasser sei für die meisten Menschen ideal, da es in Deutschland sehr sauber sei. Nur wer seinen Kalziumbedarf nicht über die Ernährung deckt, sollte zu Mineralwasser greifen.
Tipp für Sportler
„Sportler können sich vor dem Sport wiegen und danach noch mal, dann kennen sie ihren Wasserverlust. Der doppelte Wasserverlust sollte ausgeglichen werden“, empfiehlt Riedl.



