Hitzewelle in Berlin: UKB meldet mehr Patienten, Brunnenbaden verboten
Hitzewelle Berlin: UKB meldet mehr Patienten, Brunnenbaden verboten

Die extreme Hitzewelle in Berlin führt zu einer deutlichen Mehrbelastung der Krankenhäuser. Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) meldet eine deutliche Häufung von Patienten mit hitzebedingten Beschwerden. Besonders betroffen sind Senioren aus Pflegeheimen, die mit einer sogenannten Exsikkose – einer Austrocknung des Körpers – eingeliefert werden. In einigen Fällen kam es dabei zu Nierenversagen, wie eine Sprecherin des UKB mitteilte.

Rekordhitze und ihre Folgen

Am Samstag wurde in Berlin-Tempelhof mit 39,9 Grad Celsius ein neuer Temperaturrekord gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Der bisherige Rekord lag bei 38,9 Grad, gemessen am 7. August 2015 in Berlin-Kaniswall. In Brandenburg wurden sogar 40,8 Grad in Baruth registriert. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz: Allein am Samstag zählte sie 2055 Einsätze, rund 500 mehr als an einem durchschnittlichen Tag. Der Schwerpunkt lag auf der Notfallrettung, da viele Menschen aufgrund der Hitze kollabierten oder Kreislaufprobleme hatten. Zudem gab es mit mehr als 120 Bränden etwa doppelt so viele Feuer wie üblich.

Brunnenbaden in Berlin verboten

Während in Städten wie Basel das Baden in Brunnen zum Sommer gehört, ist es in Berlin grundsätzlich nicht erlaubt. Mehrere Bezirksämter, darunter Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf, weisen darauf hin, dass Zierbrunnen keine Schwimmbäder seien und das Wasser kein kontrolliertes Badewasser sei. Das Grünanlagengesetz erlaubt Baden nur auf besonders ausgewiesenen Flächen. Wer sich dennoch in einem Zierbrunnen abkühlt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, bleibt aber in der Praxis meist bei einer mündlichen Verwarnung.

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Überfüllte Freibäder und lange Schlangen

Die Berliner Freibäder sind überfüllt. Bereits am frühen Morgen bildeten sich lange Schlangen, etwa vor dem Sommerbad Mariendorf, wo die Schlange kurz vor sieben Uhr rund 50 Meter lang war. Die Berliner Bäder-Betriebe stoppten den Ticketverkauf für die Sommerbäder, nur noch Menschen mit gebuchten Zeitfenster-Tickets oder Abo wurden eingelassen. Eine geringe Auslastung gab es laut Website nur noch im Strandbad Wannsee und im Sommerbad Mariendorf.

Feuerwehr und Polizei im Einsatz

Die Berliner Feuerwehr rechnete auch am Sonntag mit einem „Großkampftag“. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um für Abkühlung zu sorgen. Am Sonntag war ein Wasserwerfer am Olympiastadion im Einsatz, nachdem er bereits am Samstag am Brandenburger Tor und am Potsdamer Platz für Sprühregen gesorgt hatte. Polizeipräsidentin Barbara Slowik-Meisel dankte den Einsatzkräften, die „am Wochenende bei diesen extremen Wetterbedingungen ihren Dienst für die Sicherheit dieser Stadt leisten“.

DLRG mit mehr als 100 Einsätzen

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verzeichnete über das Wochenende bis Sonntagnachmittag etwas mehr als 100 Einsätze in Berlin. „Auffällig ist, dass 76 davon medizinische Einsätze waren, also Kreislaufprobleme, Bewusstseinseintrübungen oder Schnittwunden“, sagte ein DLRG-Sprecher. Vier Personen wurden vermisst, konnten aber alle wohlbehalten gefunden werden. Bei den beiden tödlichen Badeunfällen am Jungfernheideteich und am Tempelhofer Hafen war die DLRG nicht beteiligt, da die Männer bereits leblos geborgen wurden.

Hitzetipps und Ausnahmeregelungen

Das UKB rief dazu auf, ausreichend zu trinken, möglichst zu Hause zu bleiben und auf geschwächte Menschen zu achten. Bei leichten Symptomen kann der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst unter der 116117 kontaktiert werden. Für das Bruno-Mars-Konzert im Olympiastadion am Sonntagabend wurde eine Ausnahmeregelung erlassen: Alkoholfreie Getränke in Tetrapaks, Weichplastik- oder faltbaren Flaschen bis zu einem Liter durften mitgenommen werden. Hand- oder Nackenventilatoren und Fächer waren erlaubt.

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