Eine groß angelegte Überblicksarbeit bestätigt die hohe Wirksamkeit und Sicherheit von mRNA-Impfstoffen gegen Covid-19. Das Team von Forschern der University of British Columbia und des Imperial College London wertete im Fachjournal The Lancet systematisch 68 veröffentlichte Studien sowie Patientendaten aus zahlreichen Ländern aus. Die Ergebnisse zeigen: Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna schützen zuverlässig vor schweren Verläufen – und das in unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen wie Kindern, Schwangeren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Wirksamkeit von 87 bis 94 Prozent
Innerhalb von zwei bis sechs Wochen nach der Impfung liegt die Wirksamkeit gegen eine Infektion mit Sars-CoV-2 bei rund 87 Prozent. Gegen eine Krankenhauseinweisung aufgrund schwerer Covid-19-Erkrankung beträgt sie 93 Prozent, und gegen Covid-bedingte Todesfälle sogar 94 Prozent. Weltweit wurden bereits etwa 14 Milliarden mRNA-Impfdosen verabreicht. Nach sieben bis acht Monaten sinkt die Wirksamkeit auf knapp 50 Prozent gegen eine Infektion und auf 80 Prozent gegen eine Krankenhauseinweisung. Auffrischimpfungen können den Schutzeffekt jedoch wieder verstärken, betonen die Autoren.
Risiken extrem selten
Schwerwiegende Nebenwirkungen treten laut der Studie extrem selten auf. Bei Biontech/Pfizer wurden im Schnitt 12,6 Fälle von Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung pro einer Million Geimpfter gemeldet, bei Moderna 35,6 Fälle pro Million. Das Risiko durch eine Covid-19-Infektion für dieselben Erkrankungen ist jedoch wesentlich höher, insbesondere bei männlichen Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren. Andere Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Fieber oder Schweregefühl im Arm klingen meist nach wenigen Tagen ab.
Kein Einbau in menschliche DNA
Das Robert Koch-Institut (RKI) betont, dass mRNA-Impfstoffe zu den weltweit am besten untersuchten Medikamenten gehören. Es bestehe kein erkennbares Risiko, dass die mRNA in das Genom von Körperzellen oder Keimbahnzellen eingebaut wird. Die Technologie wird seit Jahrzehnten erforscht, insbesondere zur Krebsimmuntherapie. Die Autoren der Studie greifen auch weitverbreitete Falschinformationen explizit auf und plädieren für transparente Informationen, um Vertrauen aufzubauen.
Zugang zu Impfstoffen ausbauen
Co-Autor Robin Shattock vom Imperial College London betont die Notwendigkeit, den Zugang zu mRNA-Impfstoffen in ärmeren Ländern zu verbessern: „Durch Investitionen in Technologietransfer, lokale Produktion und solide Regulierungssysteme können wir Lieferketten verkürzen, Kosten senken und sicherstellen, dass Menschen überall auch über Pandemien hinaus von sicheren und wirksamen Impfstoffen profitieren.“ Die ungleiche Verteilung der Impfstoffe war während der Pandemie ein viel diskutiertes Thema.



