Frühstück auslassen erhöht Depressionsrisiko laut Studie
Frühstück auslassen erhöht Depressionsrisiko

Eine neue südkoreanische Studie legt nahe, dass unregelmäßige Mahlzeiten das Risiko für Depressionen erhöhen können. Forscher des Seoul St. Mary’s Hospitals werteten Daten von rund 22.000 Erwachsenen aus und fanden einen signifikanten Zusammenhang zwischen ausgelassenen Mahlzeiten und depressiven Symptomen.

Hintergrund der Studie

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit über 332 Millionen Menschen an Depressionen. Die genauen Ursachen sind komplex, doch die neue Forschung zeigt, dass Essgewohnheiten eine größere Rolle spielen könnten als bisher angenommen. Die Studie wurde im Fachmagazin „Journal of Affective Disorders“ veröffentlicht.

Methodik der Untersuchung

Das Team um die Medizinerin Professorin Tae Hye-jin und den Psychiater Professor Chae Jung-ho analysierte Daten von etwa 22.000 Erwachsenen. Sie erfassten, wie oft die Teilnehmer im vergangenen Jahr Frühstück, Mittag- und Abendessen zu sich nahmen. Eine Mahlzeit galt als „unregelmäßig“, wenn sie seltener als fünfmal pro Woche eingenommen wurde. Zudem bewerteten die Forscher die Ernährungsvielfalt, indem sie den Konsum von Getreide, Gemüse, Obst, Fleisch, Hülsenfrüchten, Nüssen und Milchprodukten berücksichtigten. Depressive Symptome wurden mittels eines international anerkannten Fragebogens ermittelt.

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Ergebnisse: Frühstück auslassen als Risikofaktor

Die Ergebnisse zeigen, dass Personen mit unregelmäßigen Mahlzeiten ein etwa 1,55-fach höheres Risiko für depressive Symptome haben. Besonders stark war der Zusammenhang bei geringer Ernährungsvielfalt und bei Menschen, die häufig das Frühstück ausließen. Die Forscher erklären, dass das Auslassen des Frühstücks den Stoffwechselstart verzögert und stärkere Blutzuckerschwankungen verursacht. Auch bei Männern, Rauchern und Personen, die nach 21 Uhr essen, war der Zusammenhang besonders ausgeprägt.

Soziodemografische Faktoren

Rund fünf Prozent der Studienteilnehmer wiesen klinisch relevante depressive Symptome auf. Diese Gruppe hatte häufiger ein geringeres Einkommen, einen niedrigeren Bildungsstand, war öfter unverheiratet, trieb seltener Sport und aß besonders unregelmäßig.

Prävention durch regelmäßige Mahlzeiten

Die Studienautoren betonen, dass regelmäßige Mahlzeiten, ein tägliches Frühstück und eine abwechslungsreiche Ernährung als einfache, nichtmedikamentöse Strategien zur Depressionsprävention dienen können. Tae Hye-jin, Erstautorin der Studie, sagt: „Die Grundprinzipien regelmäßiger Mahlzeiten, das Vermeiden des Frühstücksverzichts und eine vielfältige Ernährung können als Strategien zur Vorbeugung von Depressionen dienen – auch ohne medikamentöse Behandlung.“

Einschränkungen der Studie

Wie bei Beobachtungsstudien üblich, kann kein eindeutiger Ursache-Wirkungs-Zusammenhang abgeleitet werden. Es ist möglich, dass Menschen mit depressiver Verstimmung aufgrund von Appetit- oder Antriebslosigkeit Mahlzeiten auslassen – und nicht umgekehrt. Zudem basierten die Ernährungsangaben auf Selbstauskünften der Teilnehmenden. Weitere Studien sind nötig, um die Zusammenhänge genauer zu klären.

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