Studie: Frühe Gewichtszunahme kann Krebsrisiko verfünffachen
Frühe Gewichtszunahme: Krebsrisiko bis zu 5-fach erhöht

Eine neue Studie aus Schweden zeigt, dass der Zeitpunkt der Gewichtszunahme einen entscheidenden Einfluss auf das Krebsrisiko haben kann. Forscher analysierten die Gesundheitsdaten von rund 630.000 Menschen und stellten fest, dass eine frühe Adipositas das Risiko für bestimmte Krebsarten dramatisch erhöhen kann – bei Männern sogar um das Fünffache.

Alter bei Gewichtszunahme entscheidend

Frühere Studien konzentrierten sich meist auf das Gewicht zu einem bestimmten Zeitpunkt oder auf Veränderungen zwischen zwei Messungen. Die schwedische Forschungsgruppe verfolgte einen neuen Ansatz: Sie betrachteten den individuellen Gewichtsverlauf über die gesamte Lebensspanne hinweg. Dabei zeigte sich, dass insbesondere das Alter, in dem die Gewichtszunahme beginnt, das Krebsrisiko beeinflusst. Je früher im Leben eine Adipositas entsteht, desto höher ist das Risiko für eine spätere Krebserkrankung.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Männer, die bereits vor dem 30. Lebensjahr an Adipositas litten, hatten ein bis zu fünffach erhöhtes Risiko für Leberkrebs und ein doppelt so hohes Risiko für Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Besonders gefährdet waren Männer, die vor dem 45. Lebensjahr zunahmen. Häufig traten Speiseröhren- und Leberkrebs auf, was die Forscher auf chronische Entzündungen und Sodbrennen zurückführen.

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Bei Frauen, die vor dem 30. Lebensjahr adipös wurden, zeigte sich ein etwa viereinhalbfach erhöhtes Risiko für Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom). Zudem stieg das Risiko für Brustkrebs nach den Wechseljahren und für Meningeome besonders stark, wenn die Gewichtszunahme nach dem 30. Lebensjahr erfolgte. Hier spielen hormonelle Veränderungen eine wichtige Rolle.

Jugendalter als kritische Phase

Eine besondere Ausnahme stellte die Gewichtszunahme im Jugendalter dar. Bei einigen Krebsarten, insbesondere Bauchspeicheldrüsenkrebs, war bereits das Gewicht mit 17 Jahren ein entscheidender Risikofaktor – unabhängig von späteren Gewichtsveränderungen.

Komplexes Zusammenspiel der Faktoren

Das Krebsrisiko entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel von biologischem Geschlecht, Geschwindigkeit der Gewichtszunahme, Lebensalter und der betroffenen Krebsart. Übergewicht ist weltweit an mindestens 13 verschiedenen Krebsarten beteiligt. Die Forscher empfehlen, Präventionsmaßnahmen stärker an Geschlecht und Alter auszurichten. Eine frühzeitige Intervention könnte das Risiko senken und die Heilungschancen verbessern. Die Ergebnisse wurden auf dem Europäischen Kongress für Adipositas vorgestellt; eine unabhängige Begutachtung steht noch aus.

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