Schädliche Chemikalie im Trinkwasser
Eine neue Studie der Universität von Kalifornien hat alarmierende Ergebnisse veröffentlicht: Die als Ewigkeitschemikalie bekannte Substanz TFA (Trifluoressigsäure) ist auch im deutschen Trinkwasser nachweisbar und kann die Fruchtbarkeit von Frauen beeinträchtigen. Die Forscher fanden heraus, dass bereits geringe Konzentrationen dieser Chemikalie die Entwicklung von Eizellen stören können.
Was ist TFA?
TFA gehört zur Gruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), die aufgrund ihrer extremen Langlebigkeit auch als Ewigkeitschemikalien bezeichnet werden. Sie werden in zahlreichen Alltagsprodukten wie beschichteten Pfannen, Regenjacken oder Kosmetika verwendet. TFA entsteht zudem als Abbauprodukt anderer PFAS und gelangt über Abwässer in die Umwelt und letztlich ins Trinkwasser.
Studienergebnisse im Detail
In der Studie, die im Fachjournal Environmental Health Perspectives veröffentlicht wurde, untersuchten die Wissenschaftler die Auswirkungen von TFA auf menschliche Eizellen im Labor. Sie stellten fest, dass die Chemikalie die Reifung der Eizellen hemmt und die DNA schädigt. Dies könnte zu einer verminderten Fruchtbarkeit oder sogar zu Fehlgeburten führen. Die Forscher betonen, dass die Konzentrationen, die im Trinkwasser gemessen wurden, bereits ausreichen, um diese Effekte auszulösen.
Grenzwerte gefordert
Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen fordern nun strengere Grenzwerte für TFA im Trinkwasser. Bisher gibt es in Deutschland keine spezifischen Regelungen für diese Chemikalie. Die EU arbeitet zwar an einer Richtlinie für PFAS, doch die Umsetzung lässt auf sich warten. Experten raten Verbrauchern, auf Produkte mit PFAS zu verzichten und Wasserfilter zu verwenden, die speziell für die Entfernung dieser Stoffe geeignet sind.
Was können Verbraucher tun?
Um die Belastung mit TFA zu reduzieren, empfehlen Experten, auf beschichtete Pfannen und wasserabweisende Kleidung zu verzichten. Zudem sollten Verbraucher auf Kosmetika und Körperpflegeprodukte ohne PFAS achten. Aktivkohlefilter können helfen, einen Teil der Chemikalien aus dem Leitungswasser zu entfernen, jedoch nicht alle. Die Forscher appellieren an die Politik, schnell zu handeln, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.



