In Mecklenburg-Vorpommern bleibt die Verteilung der Kinderkrankentage zwischen den Geschlechtern weiterhin ungleich. Laut einer aktuellen Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK entfielen im vergangenen Jahr 74 Prozent der Kinderkrankentage auf Frauen, während Männer nur 26 Prozent in Anspruch nahmen. Damit liegt der Männeranteil im Nordosten leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 27 Prozent.
Regionale Unterschiede
Die höchste Männerquote bei den Kinderkrankentagen verzeichnet Sachsen mit 31 Prozent, während Bayern mit 23 Prozent den niedrigsten Wert aufweist. Mecklenburg-Vorpommern befindet sich mit 26 Prozent im unteren Mittelfeld. In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Väter nur langsam gestiegen: 2015 lag er noch bei 22,1 Prozent. Die AOK hat eigenen Angaben zufolge rund 340.000 Versicherte in Mecklenburg-Vorpommern.
Pandemie als Höchststand
Die Gesamtzahl der Kinderkrankentage ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Auf 100 anspruchsberechtigte Versicherte kamen 2025 etwa 60 Kinderkrankentage – neun Tage weniger als 2024. Der Höchstwert wurde während der Corona-Pandemie im Jahr 2022 mit 93 Tagen erreicht.
„Wenn ein Kind krank ist, springt in den meisten Familien in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin die Mutter ein. Ich würde mir wünschen, dass Väter ihren Anspruch auf Kinderkrankentage selbstverständlicher nutzen und Arbeitgeber diese Aufteilung aktiv unterstützen“, betonte AOK-Vorstandsvorsitzende Daniela Teichert.
Rechtlicher Anspruch
Die Krankenkasse wies darauf hin, dass der gesetzliche Anspruch auf Kinderkrankentage jedem Elternteil gleichermaßen zusteht. In einer Familie mit einem Kind hat jeder Elternteil Anspruch auf 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld, Alleinerziehende auf 30 Tage. Bei mehreren Kindern erhöht sich der Anspruch entsprechend.



