Das Thema Sucht hat viele Gesichter und wirft bei Betroffenen und Angehörigen zahlreiche Fragen auf. In unserer Reihe beantwortet Suchtexpertin Gaby Guzek persönliche Fragen der Leser – anonym und fachkundig. Diesmal geht es um eine brennende Frage zum Thema ADHS bei Kindern und dem Medikament Ritalin.
Kann Ritalin abhängig machen?
Ein Leser fragt: „Mein Enkelkind hat ADHS und nimmt Ritalin. Kann das Medikament süchtig machen?“ Die Sorge ist verständlich, denn Ritalin (Wirkstoff Methylphenidat) gehört zu den Stimulanzien und steht im Verdacht, ein Suchtpotenzial zu besitzen. Doch wie ist die Lage wirklich?
Was sagt die Expertin?
Gaby Guzek, erfahrene Suchtexpertin, erklärt: „Ritalin kann bei bestimmungsgemäßer Einnahme unter ärztlicher Aufsicht in der Regel nicht süchtig machen. Das Risiko einer Abhängigkeit steigt jedoch, wenn das Medikament ohne ärztliche Kontrolle oder in zu hohen Dosen eingenommen wird.“ Wichtig sei, dass die Therapie immer von einem Facharzt begleitet werde. Zudem betont sie: „ADHS ist nicht heilbar, aber mit der richtigen Therapie – bestehend aus Medikation und Verhaltenstherapie – lassen sich die Symptome gut kontrollieren.“
Beeindruckende Fähigkeiten von Menschen mit ADHS
Die Expertin hebt hervor, dass ADHS nicht nur Nachteile mit sich bringe. „Viele Betroffene verfügen über besondere Stärken wie Kreativität, hohe Energie und die Fähigkeit, sich intensiv zu fokussieren – wenn sie die richtige Unterstützung erhalten.“ Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sei daher entscheidend, um die positiven Seiten zu fördern und Suchtrisiken zu minimieren.
Wichtiger Hinweis für Angehörige
Falls Sie oder ein Angehöriger Fragen zur ADHS-Behandlung oder zu Suchtrisiken haben, scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Die Redaktion der Funke Mediengruppe bietet die Möglichkeit, anonym Fragen an die Expertin zu senden. Schreiben Sie an sucht(at)funkemedien.de. Die Redaktion behält sich vor, ausgewählte Leserfragen anonym zu veröffentlichen.
Abschließend rät Guzek: „Vertrauen Sie auf die ärztliche Verordnung und beobachten Sie Ihr Kind. Bei Unsicherheiten sprechen Sie offen mit dem behandelnden Arzt. Eine verantwortungsvolle Nutzung von Ritalin kann die Lebensqualität enorm verbessern, ohne in eine Sucht zu führen.“



