Die einst brillantesten Fußball-Erklärer des Landes, Per Mertesacker (41) und Christoph Kramer (35), sitzen laut TV-Kritiker Michael Makus beim ZDF auf der Couch fest. Trotz einer Einschaltquote von 18,24 Millionen Zuschauern beim Spiel gegen die Elfenbeinküste wirken die beiden Weltmeister als Geiseln des eigenen Sendekonzepts. Die Couch im Berliner Studio-Exil gleiche einer lähmenden Ersatzbank: überfrachtet mit wenig sagenden Gästen und übertrieben gut gelaunten Gastgebern. Ständiges Sitzen, Diskussionen und Abschweifungen – nur wenig bleibe im Kopf.
Kritik an der ZDF-Couch: Zu viel Trägheit, zu wenig Tempo
Wenn Christian Streich (61) Video-Analysen mit Montagsmaler-Kommandos wie „Stop! Laufe lasse! Zu de Leut schiiiebe!“ aufführe, sehe der Zuschauer die körperlichen Schmerzen der Nebensitzenden. Das Spiel werde verschleppt, das Tempo leide, der Sinn sei fragwürdig. Makus bezeichnet dies als „Fernsehen aus der Steinzeit auf Südbadisch“. Er fragt sich, wie prickelnd die ZDF-Couch wirklich noch sei.
Forderung: Mehr Redezeit für Kramer und Mertesacker
Wer rettet Kramer und Mertesacker aus dem Sofa-Gefängnis? Makus fordert: Die ZDF-Macher sollten ihrem Top-Duo wieder mehr Redezeit einräumen und es näher ans Spielfeld heranlassen. Moderator Jochen Breyer (43), Professor Merte („Undav ist ein Phänomen. Weltklasse!“) und Poet Kramer („Für die Bayern-Spieler ist die WM eher Regeneration.“) – eine schnelle Dreierkette in den USA. Die Fans wollten statt Dauer-Langeweile Blitzschnell-Analysen und Eistonnen-Humor zurück. „Versteckt eure Stars nicht auf dem Sofa, lasst sie strahlen!“, so Makus. Ansonsten gehe das Transferfenster für TV-Experten auf.
Lob für MagentaTV: Klopp und Müller als Traum-Duo
Immerhin lande ZDF-Kommentator Oliver Schmidt (53) den Spruch des Spiels: „Die neue DFB-Welle heißt jetzt Antenne Undav – sendet auf WM-Frequenz.“ Die ultimative Empfangswelle der Fußball-WM bleibe aber MagentaTV. Während Fans in Deutschland unter bis zu 39 Grad Celsius ächzen, erlege sich der Bezahlkanal eine Art „Scherz Break“ auf: räumliche Trennung für das Traum-Duo Thomas Müller (36) und Jürgen Klopp (59) vor dem 2. Nagelsmann-Spiel. Klopp stehe am Samstag in kurzen Hosen mit Moderator Johannes B. Kerner (61) vor der New Yorker Skyline, während Laura Wontorra (37) in Toronto die Weltmeister Müller und Mats Hummels (37) kreuze. Ergebnis: Die Telekom könne bei dieser WM die Experten rotieren, wie sie wolle – Magenta bleibe im TV wie der FC Bayern in der Bundesliga: in jeder Startaufstellung haushoch überlegen. Schneller, witziger, analytischer, moderner.
Anekdoten und Po-Geständnis bei Magenta
Klopp erzähle spannende Anekdoten über Holland-Star Virgil van Dijk, singe Party-Schlager („Gute Laune“/GroßstadtEngel) und empfehle sich den streitenden Müller und Wontorra aus der Ferne als „Mediator“. Kerner wolle Müller bevatern („Schickt ihn mir, ich nehme Thomas in Pflege“). Und der enthülle mal eben ein Po-Geständnis: „Ich habe Mats immer für seinen Arsch beneidet in den engen Duellen – einfach hineinstellen.“ Ermahnung La Wonti: „Man kann auch Hintern sagen. (...) Vielleicht sollten wir ein Phrasenschwein für schlechte Müller-Witze aufstellen!“
Magenta als Machtdemonstration gegenüber Öffentlich-Rechtlichen?
Makus fragt, ob die Trennung von Pressing-Prediger Klopp und TV-Müller nur eine neue Form der Machtdemonstration gegenüber den Öffentlich-Rechtlichen sei. Freiwillige Gag-Reduktion für mehr Tiefgang? Richtig sei: Es habe schon Augenblicke während dieser WM gegeben, da drohte der Planet Magenta wegen akuter Überwitzung zu verglühen. Damit der Spaß für die rund 5 Millionen Abonnenten erhalten bleibe, sei die Experten-Rotation eine gute Übergangs-Lösung. Handlungsschnelligkeit, die man dem ZDF während dieser WM auch wünsche.



