Montell Ndikom: Preußens Neuzugang Nummer 4 im Interview
Ndikom: Preußen war eine bewusste Entscheidung

Montell Ndikom ist der vierte Neuzugang von Preußen Münster für die kommende Saison. Der 21-jährige Flügelspieler wechselt aus der U23 von Hannover 96, die in der Regionalliga spielt, an die Hammer Straße. Sein Marktwert liegt bei 125.000 Euro. Ndikom will seinen nächsten Karriereschritt machen und mithelfen, dass es nach dem Zweitliga-Abstieg mit den „Adlerträgern“ wieder aufwärts geht. Im Interview mit BILD spricht er über seine Beweggründe, die Rivalität zwischen Osnabrück und Münster sowie seine Ziele.

„Preußen war eine bewusste Entscheidung“

Ndikom stammt aus Osnabrück, dem Erzrivalen der Preußen. Auf die Frage, ob es ihm schwergefallen sei, im „Feindesland“ zu unterschreiben, antwortet er lachend: „Nein, natürlich nicht. Es war eine ganz bewusste Entscheidung. Aber klar, einige meiner Freunde haben mich schon damit aufgezogen, wieso ich ausgerechnet zu den Preußen gehe. Zumal ich ja auch von der U11- bis zur U14 noch in der VfL-Jugend gespielt habe. Aber das ertrage ich ganz problemlos.“

Früher, als er noch mit seiner Familie in Osnabrück wohnte, war das Derby für ihn etwas Besonderes. „Als Jugendlicher war ich im Stadion und habe dem VfL feste die Daumen gedrückt. Aber mittlerweile bin ich schon sieben Jahre in Hannover. Von dort aus habe ich die Entwicklung der Preußen zuletzt sehr genau verfolgt und gesehen, was für ein großartiger Verein das ist. Ich freue mich wirklich, jetzt ein Teil davon zu sein.“

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Der Sprung zu den Profis in Hannover blieb aus

Ndikom unterschrieb 2024 seinen ersten Profi-Vertrag in Hannover und trainierte fast durchgehend mit der ersten Mannschaft, spielte aber nur in der U23. Warum der Sprung nach ganz oben nicht funktioniert hat, erklärt er so: „Weil er schwierig ist, wenn man aus der eigenen Jugend kommt. Gerade in der abgelaufenen Spielzeit hatte Hannover eigentlich den Anspruch, in die Bundesliga aufzusteigen. Dementsprechend stark war der Profi-Kader besetzt. Deswegen habe ich mich nun für diesen anderen Weg entschieden. Ich wollte aus der Komfortzone raus und meinen Mann stehen.“

Am drittletzten Spieltag der Vorsaison zeigten die Preußen beim 3:3 in Hannover eines ihrer besten Zweitliga-Spiele. Ndikom war im Stadion: „Ich war total positiv von Münster überrascht. Starke Mannschaft, tolle Fans mit einer überragenden Choreo. Zu diesem Zeitpunkt gab es gerade die ersten losen Kontakte zu den Preußen. Sie haben mich mit diesem Auftritt echt gepackt.“

Ziele und Qualitäten bei den Preußen

Ndikom möchte sich zunächst beweisen: „Ich bin noch ein junger Spieler, muss mich erst beweisen. Dennoch möchte ich eine gute Vorbereitung hinlegen und mich – wie jeder im Kader – für die Startelf anbieten. Ich liebe es einfach, Fußball zu spielen. Mit der Mannschaft erfolgreich zu sein und die Fans glücklich zu machen – dafür spiele ich Fußball und werde alles geben.“

Seine Qualitäten sieht er als vielseitigen Offensivspieler: „Ich bin ein vielseitiger Offensivspieler, der gerne über die Flügel kommt und dabei die Eins-gegen-eins-Situationen sucht. Aber ich kann auch auf der Zehn und im Zentrum spielen. Auf jeden Fall habe ich riesig Bock, mich bei den Preußen zu beweisen.“

Bislang kennt er keinen der neuen Mitspieler persönlich, lediglich mit dem dritten Torhüter Marian Kirsch spielte er in Hannovers Jugend – dieser hat Münster jedoch gerade verlassen.

Ein offener Typ mit psychologischem Interesse

Ndikom beschreibt sich als offenen Typ: „Ich habe keine Probleme, mich in einer neuen Mannschaft und Umgebung zurechtzufinden. Zudem waren die Eindrücke vom Verein und die Gespräche mit den Verantwortlichen und Trainer Thomas Wörle sehr positiv. Deshalb habe ich keinerlei Zweifel, die richtige Wahl getroffen zu haben.“

Falls es mit dem Profifußball nicht klappen sollte, hat er Alternativen: „Ich habe auf dem 96-Internat mein Fach-Abitur gemacht und interessiere mich für Psychologie. Irgendetwas in diese Richtung sicherlich...“

Er wird zunächst allein nach Münster kommen und sucht eine kleine Wohnung: „Das ist aber nicht so ganz einfach, sodass ich wohl zunächst ins Hotel ziehen werde. Und sicherlich auch häufiger zu meiner Familie pendle, die noch in Osnabrück lebt. Sie ist für mich ganz, ganz wichtig. Umso schöner, dass sie künftig nur knapp 60 Auto-Kilometer entfernt ist.“

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Ex-Preuße van Eijma feiert WM-Debüt

Mit Roshon van Eijma (28 Jahre, 1,86 m) hat ein ehemaliger Preußen-Profi sein Debüt bei der Weltmeisterschaft gefeiert. Der gebürtige Niederländer besitzt die Staatsbürgerschaft von Curacao und wurde am Samstagabend beim sensationellen 0:0 der Karibik-Kicker gegen Ecuador in der Schlussphase eingewechselt. Van Eijma trug in der Saison 2020/2021 in 13 Pflichtspielen das schwarz-weiß-grüne Trikot, ehe er zum holländischen Zweitligisten Top Oss weiterzog. Inzwischen läuft der lange Innenverteidiger (Marktwert: 375.000 Euro) für RKC Waalwijk auf und hat insgesamt 28 Länderspiele bestritten. Dabei erzielte er am 13. November 2025 beim 7:0 in der WM-Qualifikation gegen Bermuda sein bislang einziges Länderspieltor.