Touristen-Proteste auf Lanzarote: Airbnb-Schlösser zugeklebt
Touristen-Proteste: Airbnb-Schlösser auf Lanzarote zugeklebt

Sabotierte Schlösser, Graffiti und Absperrungen: Auf der Kanareninsel Lanzarote spitzt sich der Konflikt zwischen Einheimischen und Touristen zu. Aktivisten kleben gezielt Schlüsselkästen von Ferienwohnungen zu, um Urlauber zu vergraulen. Hintergrund ist die angespannte Wohnsituation auf der beliebten Urlaubsinsel.

Schlüsselkästen mit Kleber sabotiert

Wie die britische Zeitung „Daily Mail“ berichtet, werden auf Lanzarote derzeit systematisch Schlüsselkästen von Ferienwohnungen sabotiert. Die kleinen Boxen hängen meist an der Außenwand von Unterkünften und enthalten die Schlüssel für anreisende Gäste. Aktivisten haben die Schlösser mit Kleber verklebt, sodass Urlauber nicht mehr an die Schlüssel gelangen.

Die Aktionen sind Teil einer breiteren Bewegung gegen den Massentourismus. Auf den Instagram-Seiten der Aktivistengruppen „Islas de Resistencia“ und „Colectivo Tabaiba“ sind zahlreiche Videos solcher Aktionen zu sehen. Dort zeigen die Aktivisten unter anderem verklebte Schlüsselkästen, Graffiti mit Botschaften wie „Tourists go home“ und provisorische Absperrungen an beliebten Ausflugszielen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Einheimische klagen über Wohnungsnot

Hintergrund der Proteste ist vor allem die angespannte Wohnsituation auf der Insel. Viele Einheimische werfen Politik und Tourismusbranche vor, immer mehr Wohnungen in Ferienunterkünfte umzuwandeln. Die Folge: Die Mieten steigen, während bezahlbarer Wohnraum für Einheimische immer knapper wird.

Gegenüber der „Daily Mail“ schilderten mehrere Bewohner die Folgen der Entwicklung. Der 27-jährige Guillermo Lopez sagte der Zeitung, es sei für Einheimische inzwischen „fast unmöglich“, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Viele Immobilien seien zu Ferienwohnungen geworden, während die Preise immer weiter steigen würden.

Hinzu kommen Probleme bei der Wasserversorgung. Bewohner beklagen laut „Daily Mail“, dass manche Wohngebiete zeitweise tagelang ohne Wasser auskommen müssten, während Hotels und Ferienanlagen weiter versorgt würden.

Die Insel steckt im Tourismus-Dilemma

Doch nicht alle auf Lanzarote unterstützen die Aktionen. Viele Geschäftsleute und Gastronomen warnen laut „Daily Mail“ davor, Urlauber pauschal zum Problem zu erklären. Die Insel lebe vom Tourismus, zahlreiche Arbeitsplätze hingen direkt oder indirekt von den Besuchern ab.

Genau darin liegt das Dilemma: Viele Einwohner fühlen sich von den Folgen des Massentourismus überfordert. Gleichzeitig ist die Wirtschaft der Kanareninsel auf die Millionen Reisenden angewiesen, die jedes Jahr nach Lanzarote kommen. 2025 verzeichnete die Insel mehr als 3,1 Millionen Touristen, darunter rund 306.000 Besucher aus Deutschland.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration