In der DDR galten Tätowierungen als „asozial“ und wurden staatlich verfolgt. Wer sich dennoch ein Tattoo stechen lassen wollte, musste kreativ werden – denn offizielle Tattoo-Studios gab es nicht. Heute trage ein Drittel der Deutschen Tätowierungen, bei jungen Menschen sogar die Hälfte. In der DDR hingegen entstand ein Untergrund-Milieu, in dem die Körperkunst heimlich praktiziert wurde.
Wie die Tinte hergestellt wurde
Die Tinte für die Tattoos stellten sich die Menschen selbst her – aus ungewöhnlichen Materialien wie Schuhsohlen und Marmelade. Diese improvisierten Farben waren oft von schlechter Qualität, aber sie ermöglichten es, die verbotene Kunst auszuüben. Die Tätowierer arbeiteten im Geheimen, oft in privaten Wohnungen oder Hinterhöfen, um nicht entdeckt zu werden.
Botschaften von Widerstand und Freiheit
Die Tattoos in der DDR waren mehr als nur Körperschmuck. Sie trugen oft Botschaften von Widerstand und Freiheit. Viele Menschen ließen sich Symbole stechen, die ihre Sehnsucht nach einem Leben ohne staatliche Bevormundung ausdrückten. Andere nutzten Tätowierungen, um ihre Zugehörigkeit zu bestimmten Subkulturen zu zeigen, die von der DDR-Führung misstrauisch beäugt wurden.
Zeitzeugen berichten im Brandenburg Museum
Im Brandenburg Museum sprachen nun Zeitzeugen über ihre Erfahrungen mit der Körperkunst im Untergrund. Sie erzählten von den Risiken, die sie eingingen, und von der Bedeutung, die die Tattoos für sie hatten. Die Ausstellung beleuchtet ein wenig bekanntes Kapitel der DDR-Geschichte und zeigt, wie Menschen trotz staatlicher Repression ihre Individualität bewahrten.
Die Tattoo-Szene in der DDR war klein, aber kreativ. Sie ist ein Beispiel dafür, wie Menschen unter schwierigen Bedingungen Wege fanden, ihre Persönlichkeit auszudrücken. Heute sind Tätowierungen in Deutschland weitgehend akzeptiert, doch die Erinnerung an die Zeit, als sie verboten waren, bleibt lebendig.



