Regelmäßig erleben Frauen während ihrer medizinischen Ausbildung sexuelle Belästigung und Übergriffe. Das berichten Medizinstudentinnen, die sich nun öffentlich an die Bundesärztekammer wenden. Schlüpfrige Komplimente, anzügliche Witze und unangemessene Berührungen gehören für viele zum Klinikalltag.
Betroffene brechen ihr Schweigen
Die Studentinnen klagen über ein Klima der Angst und des Schweigens. Viele fürchten negative Konsequenzen für ihre Karriere, wenn sie Vorfälle melden. Eine Betroffene sagt: „Mir wurde gesagt, ich solle nicht so empfindlich sein. Dabei war es eindeutig übergriffig.“ Die Dunkelziffer sei hoch, da viele Frauen aus Scham oder Angst vor Repressalien schwiegen.
Forderungen an die Politik
Die Aktivistinnen fordern verbindliche Meldewege und unabhängige Beschwerdestellen in Kliniken. Zudem solle das Thema Sexismus fest in der medizinischen Ausbildung verankert werden. „Es reicht nicht, nur auf Sensibilisierung zu setzen. Wir brauchen klare Regeln und Konsequenzen“, so eine Sprecherin der Initiative. Die Bundesärztekammer kündigte an, das Problem ernst zu nehmen und Maßnahmen zu prüfen.
Laut einer Studie haben 60 Prozent der Medizinstudentinnen bereits sexuelle Belästigung erlebt. Die meisten Vorfälle bleiben jedoch ungemeldet. Der Druck auf die Verantwortlichen wächst, endlich zu handeln.



