Öffentliche Obduktion von Buckelwal „Timmy“ startet heute Nachmittag
Obduktion von Wal „Timmy“ startet heute Nachmittag

Öffentliche Obduktion von Buckelwal „Timmy“ startet heute Nachmittag

Heute ab 16 Uhr soll der aufgeblähte Wal-Kadaver am dänischen Strand von Anholt obduziert werden. Dabei werden nicht nur Pressevertreter erwartet, sondern auch Schaulustige. Die Entwicklungen im Newsblog.

Im Rahmen einer beispiellosen Rettungsaktion unter Leitung einer privaten Initiative wurde der vor der Ostseeinsel Poel gestrandete Buckelwal, von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt, über die dänische Ostsee in die Nordsee geschleppt. Einige Tage nach seiner Freilassung meldeten die Behörden, dass vor der dänischen Küste ein toter Wal entdeckt wurde, bei dem es sich um „Timmy“ handelt.

Wal-Newsblog vom 4.6.2026, 12:15 Uhr: Ablauf zur Wal-Obduktion steht offenbar

Am späten Donnerstagnachmittag soll die Obduktion des Kadavers von Buckelwal „Timmy“ am Strand von Anholt starten. Dafür wurden bereits in den vergangenen Tagen große Container direkt neben dem Tier aufgestellt – auch der Sandboden am Obduktionsplatz vor Ort wurde durch schweres Gerät geebnet. Ein Reporter der Videonachrichtenagentur News5 berichtete unter Berufung auf Quellen vor Ort, dass der Start der Arbeiten um etwa 16 Uhr beginnen und spätestens um 22 Uhr beendet sein soll. Für die Entnahme von Proben sei nur eine Stunde angesetzt worden. Der späte Start ergebe sich daraus, dass die Transportfähre, die täglich Anholt anfährt und heute die Wal-Experten und Obduktionsbeteiligten auf die Insel bringen soll, immer erst um 15 Uhr den Hafen erreicht. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht: Eine Anfrage des Tagesspiegels an das dänische Umweltministerium blieb bislang unbeantwortet.

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Der durch Faulgase stark aufgeblähte Kadaver birgt Explosionsgefahr. Die Gase können durch die dicke Fettschicht des Körpers nicht entweichen. Eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund sagte dem Tagesspiegel, dass der Körper bei der Nekropsie wahrscheinlich durch Experten und Wissenschaftler vor Ort kontrolliert entgast wird. Geübte Beteiligte können „vorsichtig einen Schnitt entlang des Rückens oder an der Zunge machen, damit die Gase entweichen können“. Dann könne der Wal nicht mehr platzen. Das Risiko einer Explosion sei aber nach wie vor gegeben und steige „je weiter die Verwesung fortschreitet“. Gefahren für Zuschauende gäbe es nicht, solange sie sich „in ausreichender Entfernung befinden“. Grundsätzlich sollte man als unbeteiligte Person einen Abstand von mindestens 100 Metern halten, denn falls es zu einer Explosion kommen sollte, könnten Fleischbrocken umherfliegen. Vom Kadaver gehe außerdem die Gefahr von Krankheitsübertragungen aus, warnt das dänische Umweltministerium. Schutzkleidung soll die Obduktionsbeteiligten vor Ansteckung schützen.

Wie genau die Obduktion abläuft, hängt stark vom Verwesungsgrad des Tieres ab. Es gibt ein international gültiges Protokoll, das vorgibt, wie eine Wal-Obduktion durchzuführen ist. „Eine Person muss kontinuierlich kontrollieren, dass alle Punkte eingehalten werden“, berichtete die Sprecherin.

08:21 Uhr: Obduktion heute soll Todesursache von „Timmy“ klären

Für den als „Timmy“ bekannten Buckelwal steht der letzte Akt vor den Augen von Schaulustigen an: Am Strand der Insel Anholt soll ab Donnerstagnachmittag der Kadaver des Wals obduziert werden. Interessierte können dabei zusehen – mit Sicherheitsabstand. Seit mehreren Wochen liegt der Kadaver des tonnenschweren Tiers vor der Urlaubsinsel, stark aufgebläht von Fäulnisgasen und von Möwen traktiert. Das Team aus Tierärzten und Forschern treibt die Frage um: Woran starb das Tier? Diese Frage könnte schwierig zu klären sein, sagte der dänische Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen der Deutschen Presse-Agentur: „Es könnte schon zu spät sein, um etwa innere Blutungen zu entdecken.“ Auch die Frage, ob der Wal Wasser in der Lunge gehabt haben könnte, lasse sich womöglich nicht mehr beantworten. Was das Obduktionsteam aber entdecken könnte: Spuren von Fischernetzen im Magen und Darm des Buckelwals. Sie könnten zum Tod des Tiers beigetragen haben. Die Obduktion soll etwa sechs Stunden dauern. Wenn die Untersuchung beendet ist, soll der Kadaver laut einem Vertreter des dänischen Amts für Naturverwaltung von der Insel gebracht werden. Einheimische wünschen sich, dass der Wal verschwindet, da er Badegäste abschrecken könnte.

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Wal-Newsblog vom 2.6.2026, 12:58 Uhr: Obduktion soll Donnerstagnachmittag starten

Zwischenzeitlich wurden am Strand von Anholt weitere Vorbereitungen für die am Donnerstag geplante Obduktion getroffen. Bereits in der vergangenen Woche wurde der Kadaver mithilfe eines Radlagers und eines Stahlseils aus dem flachen Wasser auf den Strand gezogen. Nun wurde der sandige Untergrund geglättet, wie in Livestream-Aufnahmen von News5 zu sehen war. Zudem wurden Metallplatten neben dem Wal-Kadaver ausgelegt und drei große Container abgestellt. Der dänische TV-Regionalsender „TV2 Østjylland“ berichtete, dass die Obduktion am „späten Donnerstagnachmittag“ stattfinden soll. „Es wird ein Absperrband um den Arbeitsbereich errichtet, und wir bitten alle, ausreichend Abstand zu halten“, sagte eine Sprecherin. Jane Hansen vom Umweltministerium bestätigte, dass Tierärzte, Experten und Forscher aus Museen und Universitäten anwesend sein werden. Bei der Obduktion werde der Kadaver genauer untersucht und Proben für Forschungszwecke entnommen. Morten Abildstrøm von der dänischen Naturschutzbehörde soll dabei sein. Er sagte dem Sender „TV 2 Danmark“, dass der Rest des Kadavers nach der Obduktion zerlegt und mithilfe der Container von Anholt aus via Fähre zur Entsorgung gebracht werden soll.

Wal-Newsblog vom 1.6.2026, 09:25 Uhr: Buckelwal beschert Staatsanwaltschaft viel Arbeit

Der lange an der deutschen Ostseeküste festsitzende und inzwischen tot auf einer dänischen Insel liegende Buckelwal beschert der Staatsanwaltschaft Schwerin ein längeres Nachspiel. Dreistellig sei die Anzahl der Vorgänge mit Wal-Bezug, sagte Jonas Krüger, Sprecher der Ermittlungsbehörde, der Deutschen Presse-Agentur. Diese Masse an Eingaben sei für die Staatsanwaltschaft ein neues Phänomen. Sie stammen nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern, landen aber wegen der Zuständigkeit in Schwerin, weil der Wal lange vor der Insel Poel lag. Es handle sich nicht nur um Anzeigen, sondern teils auch um Hinweise. Menschen hätten ihre Hilfe angeboten. „Ich kann auch mit Walen reden“, habe etwa jemand geschrieben. Es seien „aberwitzige“ Dinge dabei. Die vorliegenden Anzeigen gingen in unterschiedliche Richtungen. Aus der Zeit, als man sich entschieden hatte, den Wal weitgehend in Ruhe zu lassen, stammten Vorwürfe der unterlassenen Hilfeleistung. Später gingen Anzeigen mit Verweis auf das Tierschutzgesetz ein, die sich gegen die Transportmaßnahmen richteten. Anzeigen richteten sich gegen verschiedenste Menschen, etwa gegen Beteiligte des Transports. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sei wegen allem Möglichen angezeigt worden. Unter anderem seien auch Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums angezeigt worden.

Wal-Newsblog vom 30.5.2026, 16:53 Uhr: Wal-Obduktion am Donnerstag geplant

Der Kadaver des als „Timmy“ bekannten Buckelwals soll am kommenden Donnerstag auf der dänischen Insel Anholt untersucht werden. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung dürfen bei der öffentlichen Obduktion mit Abstand auch Presse und Schaulustige zusehen. „Die Obduktion wird am Nachmittag beginnen und etwa sechs Stunden dauern“, sagte Morten Abildstrøm vom dänischen Amt für Naturverwaltung. Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen prognostizierte: „Weil das Tier so lange in der Sonne gelegen hat, wird es stark stinken.“ Zuvor hatte ein Fahrzeug das Tier mit einem Seil aus dem flachen Wasser auf den Strand gezogen. Im Sand hinterließ der aufgeblähte Kadaver eine riesige Furche. „Alles ist nach Plan verlaufen“, kommentierte Abildstrøm. Ursprünglich war geplant, den Kadaver über die Ostsee nach Jütland zu schleppen und in Grenaa zu untersuchen. Wegen des fortgeschrittenen Verwesungszustands wurde der Plan fallen gelassen.

14:32 Uhr: Wal-Retter zufolge soll „Timmy“ 240 Kilometer weit gereist sein

Der US-amerikanische Walexperte und Tierschützer des Whale Sanctuary Project, Jeffrey Foster, war maßgeblich an der Rettungsaktion beteiligt. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung gab er neue Informationen zu den Tracker-Daten des Wals bekannt. Die Daten zeigen, dass der Wal mehr als 150 Meilen gereist ist. Foster zufolge soll der GPS-Tracker fast eine Woche lang Signale gesendet haben. „Über einen Zeitraum von sechs Tagen zeichnete der Tracker mehr als 50 Positionsübertragungen und mehr als 30 Tiefenaufzeichnungen auf.“ Das Tier sei „mehr als 150 Meilen (241,4 Kilometer) vom Standort seiner Freilassung gereist“. Einmal soll der Wal bis zu 150 Meter tief und mehrfach bis 50 Meter tief getaucht sein. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben nicht. Die Geldgeberin der Rettungsinitiative, Karin Walter-Mommert, sagte zuvor, dass das Gerät nach anfänglichen Signalen später nur noch „Datenmatsch“ gesendet habe. Ein Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern bestätigte, dass der Sender auf dem Weg zu der Behörde sei: „Der Tracker wird aktuell aus Dänemark abgeholt. Die Daten sollen anschließend ausgewertet werden, um zu erfahren, wie lange der Wal nach der Freilassung gelebt und wo er sich aufgehalten hat.“ Anschließend soll es eine Pressekonferenz geben.

10:07 Uhr: Bergung von „Timmy“ gestartet

Auf der dänischen Insel Anholt haben die Arbeiten am Kadaver „Timmys“ begonnen. Im Livestream von News5 war zu sehen, wie ein Fahrzeug das Tier mit einem Seil aus dem flachen Wasser weiter an Land zog.

09:02 Uhr: Verwesender „Timmy“ wird an Land gezogen

Lange passierte nichts, nun soll der Kadaver von „Timmy“ an Land gezogen werden. „Weil das Tier so lange in der Sonne gelegen hat, wird es stark stinken“, sagte Wal-Forscher Madsen. „Das wird ziemlich überwältigend, wenn man es nicht gewohnt ist.“ Außerdem bestehe Ansteckungsgefahr. Der Forscher nimmt an, dass das Tier von vornherein keine Chance hatte. „Das war ganz offensichtlich ein krankes, entkräftetes Tier, das nicht gerettet werden konnte, und man hätte es einfach in Frieden lassen sollen.“ Stattdessen habe man ein Tier tagelang in einer Metallkiste eingesperrt über das Meer bugsiert. „Es wurde von den Wellen hin und her geschmissen, dem Lärm der Motoren ausgesetzt, um dann einfach ins Meer gekippt zu werden – das muss höllisch stressig und beängstigend gewesen sein.“ Die Aktion sei „reine Tierquälerei“ gewesen. Tierärzte, Behördenvertreter und Experten werden nach Resten von Fischernetzen und Plastik im Darm und in der Speiseröhre des Tiers suchen. „Bei vier der letzten sechs gestrandeten Buckelwale in Dänemark haben Fischernetze nachweislich eine Rolle bei ihrem Tod gespielt“, sagte Madsen.