Hamburger Kiez: Krypta mit gestapelten Totenschädeln unter Barockkirche
Krypta auf dem Kiez: Stapel von Totenschädeln in Hamburg

In unmittelbarer Nähe zur berühmten Reeperbahn auf dem Hamburger Kiez verbirgt sich unter der katholischen Barockkirche St. Joseph eine besondere Sehenswürdigkeit: In der Krypta des Gotteshauses sind hinter einer Glasscheibe Hunderte Totenschädel und Knochen säuberlich gestapelt. Besucher können bei Führungen die dicht aneinandergereihten Gebeine betrachten, die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen.

Kein Gruselkabinett, sondern eine letzte Ruhestätte

Pastor Karl Schultz von der Kirche St. Joseph an der Großen Freiheit stellt jedoch klar: „Das ist keine Horrorshow, sondern eine christliche Begräbnisstätte.“ Die Gebeine von rund 350 Menschen wurden hier in einem Beinhaus zusammengeführt. Die Kirche liegt direkt an der Amüsiermeile auf St. Pauli, unweit der Reeperbahn, die in diesem Jahr ihr 400-jähriges Bestehen feiert. Tausende Touristen und Partygäste strömen jedes Wochenende vorbei, doch nur wenige wissen von der makabren Stätte unter dem Gotteshaus.

Geschichte der Krypta: Von 1719 bis 1868 bestattet

Von 1719 bis 1868 diente das Gruftgewölbe von St. Joseph als Begräbnisstätte. Nach dem Zweiten Weltkrieg, beim Wiederaufbau der Kirche, wurden die entdeckten Gebeine auf einen großen Haufen gekippt und im Mittelgewölbe vermauert. „Welche Schädel und Knochen zu welcher Person gehörten, lässt sich nicht mehr zuordnen“, erklärt Pastor Schultz. Dennoch habe man den Toten wieder eine würdige letzte Ruhestätte geben wollen. Die Erinnerungsstätte wurde 2015 eingeweiht und umfasst neben dem Beinhaus auch einen Ausstellungsraum mit Schautafeln und Vitrinen.

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Ausstellungsstücke: Sargbeigaben und Überreste

In den Vitrinen sind Sargbeigaben wie Eheringe, Rosenkränze oder Kruzifixe zu sehen, aber auch Überreste wie Zahnersatz und Kleidungsstücke. Die Ausstellung soll an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern und den Respekt vor den Verstorbenen wahren. Die Krypta ist ein stiller Ort der Besinnung mitten im pulsierenden Leben des Kiez.

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