Krankenhaus-Hitzeschutz: Berliner Klinik setzt auf Kühlwesten und Eis
Krankenhaus-Hitzeschutz: Berliner Klinik setzt auf Kühlwesten

Wenn die Temperaturen auf Station auf 40 Grad steigen, wird das Krankenhaus zur Hitzefalle. Schweißtreibende Schutzkleidung, ermattete Pfleger und überhitzte Patientenzimmer – Deutschlands Kliniken sind für Hitzewellen kaum gerüstet. Eine Berliner Klinik zeigt jedoch, wie es anders geht: mit Kühlwesten, Eis und einem durchdachten Hitzeschutzplan.

Pflegeleiterin Rietsch setzt auf Kühl-Shirts für alle

Pflegeleiterin Rietsch hat für ihr Team Kühl-Shirts angeschafft, die bei hohen Temperaturen getragen werden. „Die Westen werden vor Gebrauch gekühlt und halten die Körpertemperatur über Stunden niedrig“, erklärt sie. Zusätzlich stehen Eiswürfel und kalte Getränke bereit, um die Pflegekräfte vor Kreislaufkollaps zu schützen. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Hitzeschutzkonzepts, das die Klinik nach dem heißen Sommer 2025 entwickelt hat.

Laut einer Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts haben nur 15 Prozent der deutschen Kliniken einen Hitzeschutzplan. Dabei sind die Folgen gravierend: Hitzebedingte Notfälle steigen, die Arbeitsleistung sinkt. „Wir müssen die Pflege schützen, damit sie die Patienten schützen kann“, betont Rietsch.

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40 Grad auf Station: Die Belastung für Pflegekräfte

Die Hitzebelastung in Krankenhäusern ist extrem. In vielen Kliniken fehlen Klimaanlagen, Fenster lassen sich nicht öffnen, und die Schutzkleidung verstärkt den Hitzestau. „Bei 40 Grad im Zimmer und Schutzkittel fühlt es sich an wie 50 Grad“, berichtet eine Pflegekraft. Der Körper kämpft gegen Überhitzung, Konzentration und Reaktionsfähigkeit leiden.

Die Berliner Klinik hat daher nicht nur Kühlwesten eingeführt, sondern auch die Arbeitszeiten angepasst. In Hitzephasen werden Pausen verlängert und schwere körperliche Tätigkeiten in die frühen Morgenstunden verlegt. „Jeder Grad zählt“, so Rietsch.

Kühlwesten und Eis: Die Lösung der Berliner Klinik

Die Kühlwesten sind mit speziellen Gel-Packs ausgestattet, die im Kühlschrank vorgekühlt werden. Sie werden unter der Schutzkleidung getragen und senken die Körpertemperatur effektiv. Die Klinik hat rund 50 Westen angeschafft, sodass jeder Mitarbeiter eine einsatzbereite Weste hat. Die Kosten belaufen sich auf etwa 2.000 Euro – eine Investition, die sich laut Rietsch lohnt: „Kühle Pflegekräfte sind produktiver und machen weniger Fehler.“

Zusätzlich wurden mobile Klimageräte in den Aufenthaltsräumen installiert und Trinkstationen eingerichtet. Die Maßnahmen werden von den Mitarbeitern gut angenommen. „Es macht einen riesigen Unterschied, ob man schwitzt oder nicht“, sagt ein Pfleger.

Hitzeschutz in deutschen Kliniken: Nachholbedarf

Während die Berliner Klinik als Vorreiter gilt, sieht die Lage in vielen anderen Häusern düster aus. Eine Studie der Charité zeigt, dass hitzebedingte Krankenhauseinweisungen in den letzten fünf Jahren um 30 Prozent gestiegen sind. Dennoch investieren nur wenige Kliniken in Hitzeschutz. „Viele Krankenhäuser sind alt und haben keine Klimaanlagen. Nachrüstung ist teuer“, erklärt ein Experte.

Die Politik ist gefordert: Der Deutsche Pflegerat fordert verbindliche Hitzeschutzpläne für alle Kliniken. „Es kann nicht sein, dass Pflegekräfte bei 40 Grad arbeiten müssen“, so der Vorsitzende.

Fazit: Kühlwesten als Vorbild für die Branche

Die Berliner Klinik zeigt, dass einfache Maßnahmen wie Kühlwesten und angepasste Arbeitszeiten die Hitzebelastung deutlich senken können. Pflegeleiterin Rietsch hofft, dass ihr Beispiel Schule macht: „Wir müssen die Gesundheit der Pflegenden schützen, damit sie die Gesundheit der Patienten schützen können.“ Angesichts der zunehmenden Hitzewellen ist dies nicht nur eine Frage des Komforts, sondern der Patientensicherheit.

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