Die ZDF-Dokumentation „Am Puls mit Sarah Tacke – System Bürgergeld: Leben ohne Leistung“ sorgt für Aufsehen. Einer der Interviewpartner, der Bremer Jobcenter-Mitarbeiter Fred Göcken, verlor nach seiner Teilnahme an der Sendung seinen Arbeitsplatz. Die Stadt Bremen sprach eine fristlose Kündigung aus, wie die „FAZ“ berichtet.
Vorwurf der Diffamierung
In dem Film äußerte Göcken die Vermutung, dass zwischen 30 und 40 Prozent der Bürgergeldempfänger falsche Angaben in ihren Anträgen machen würden. Dies sei ein „offenes Geheimnis“. Zudem bezeichnete er die Hauptaufgabe des Jobcenters als „Geldausgeben“. Diese Aussagen bewertete die Stadt Bremen als Diffamierung des Arbeitgebers.
Fehlende Genehmigung und zerstörtes Vertrauen
Laut dem Kündigungsschreiben vom 28. Mai, das der Zeitung vorliegt, war das Interview nicht genehmigt worden. Die Stadt betont, dass Kritik von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zwar erlaubt sei, jedoch sachlich und konstruktiv bleiben müsse. Dies sei hier nicht der Fall gewesen: „Das Vertrauensverhältnis ist damit zerstört.“
Juristische Schritte angekündigt
Göcken kündigte gegenüber der „FAZ“ an, juristisch gegen die fristlose Kündigung vorgehen zu wollen. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Debatte um das Bürgergeld und die Grenzen der Meinungsfreiheit für öffentliche Bedienstete.
Die Dokumentation des ZDF hatte breite Diskussionen ausgelöst. Während Befürworter des Bürgergelds die Kritik als populistisch abtun, sehen Kritiker des Systems die Aussagen als Bestätigung ihrer Vorbehalte. Die Kündigung des Mitarbeiters dürfte die Debatte weiter anheizen.



