Jill Biden: Schweigen über Hunters Sucht war ein Fehler
Die ehemalige First Lady der USA, Jill Biden, hat in einem Interview mit der Schauspielerin Whoopi Goldberg eingeräumt, dass sie die Drogenabhängigkeit ihres Sohnes Hunter während ihrer Zeit im Weißen Haus zu wenig thematisiert hat. „Es fällt mir schwer, das zu sagen, aber Hunter war drogenabhängig. Es tut mir leid, dass ich nicht etwas mehr darüber gesprochen habe“, gestand die 75-Jährige in der Sendung „The View“.
Memoiren als Anlass für Offenheit
Jill Biden war in der Talkshow zu Gast, um für ihre Memoiren „View from the East Wing“ zu werben, in denen sie ihre Jahre im Weißen Haus beschreibt. In dem Buch schreibt sie, dass Sucht in ihrer Familie kein Gesprächsthema war. „Ich glaube, wir haben es teilweise verdrängt“, räumte sie nun ein. Sie habe nicht verstehen können, dass jemand mit einer liebevollen Familie, guter Bildung und einer lukrativen Karriere zu Drogen greift.
Hunters Abstieg begann nach Bruders Tod
Der Drogen- und Alkoholmissbrauch ihres Sohnes begann, nachdem sein Bruder Beau Biden 2015 an einem Hirntumor gestorben war. „Es war eine wirklich schwere Zeit für unsere Familie“, sagte Jill Biden. Inzwischen sei Hunter seit mehreren Jahren clean. Sie zeigte sich stolz darauf, dass er sein Leben umgekrempelt habe, Künstler geworden sei und anderen Genesenden helfe. „Ich hoffe, dass es anderen Menschen Hoffnung gibt, wenn ich in Zukunft mehr darüber spreche“, betonte sie.
Begnadigung und Krebsdiagnose
Hunter Biden war wegen einer Falschaussage beim Waffenkauf verurteilt worden und stand vor einer Gefängnisstrafe. Sein Vater, der ehemalige Präsident Joe Biden, begnadigte ihn kurz vor der Amtsübergabe an Donald Trump, obwohl er zuvor stets betont hatte, dies nicht zu tun. Jill Biden erklärte im Interview, sie sei nicht mehr wütend über den Druck der Demokraten, Joe Biden zum Rückzug aus dem Wahlkampf zu bewegen. „Was bringt Wut jetzt noch?“, fragte sie. Seit der Krebsdiagnose ihres Mannes, der an Prostatakrebs mit Knochenbefall leidet, sehe sie das Leben anders. „Joes Krebsdiagnose rückt das Leben wirklich in die richtige Perspektive. Man schätzt jeden Tag und fragt sich: Was hat Wut für einen Sinn?“
Neue Prioritäten
Der 83-jährige Joe Biden war bei der Aufzeichnung der Sendung im Publikum und erhielt Standing Ovations. „Joe ist heute Abend hier. Ihr seht ihn. Er sieht gut aus wie immer“, sagte Jill Biden. „Aber Krebsmedikamente haben ihre Folgen, und diese Folgen sind ziemlich hart.“ Sie und ihr Mann nähmen inzwischen jeden Tag, wie er komme, und suchten die Freuden darin.



