Jessica Alba: „Ich musste zehnmal härter arbeiten als andere“
Jessica Alba: „Ich musste zehnmal härter arbeiten“

Jessica Alba (45), bekannt aus Filmen wie „Sin City“ und „Honey“, hat sich im Luxus-Hotel Stanglwirt in Going am Wilden Kaiser (Österreich) im Rahmen der „WorldChanger“-Tage zu einem exklusiven Gespräch mit BILD getroffen. Die Schauspielerin und Unternehmerin sprach über ihre Kindheit, den Druck in der Öffentlichkeit, den Umgang mit Kritik und die Bedeutung von mentaler Gesundheit.

Finanzieller Druck prägte ihre Jugend

Auf die Frage, welcher Druck sie als Teenager am meisten geprägt habe, antwortete Alba: „Es war vor allem der finanzielle Druck. Ich bin mit sehr wenig aufgewachsen und habe bereits mit zwölf Jahren zum Einkommen meiner Familie beigetragen. Obwohl meine Karriere damals gerade erst begann und ich nicht viel verdiente, zählte jeder einzelne Dollar, und meine Familie begann, sich auf das Geld zu verlassen, das ich nach Hause brachte. Schon in jungen Jahren hatte ich deshalb das Gefühl, ständig kämpfen und zehnmal härter arbeiten zu müssen als alle anderen. Ich wollte für mich selbst sorgen können, meine Familie unterstützen und mir letztlich eine finanzielle Sicherheit aufbauen, die ich als Kind nie hatte.“

Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl

Heute wirkt Alba selbstbewusst, doch das war nicht immer so. „Ich kann mein Selbstbewusstsein aktivieren und vor 500 Menschen auf eine Bühne gehen und sprechen oder eine extrem emotionale Szene vor einem kompletten Filmteam drehen. An meinem Selbstwertgefühl hingegen habe ich viel gearbeitet und mir immer wieder bewusst gemacht, dass ich Liebe verdiene, ganz egal was passiert.“

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Die Schauspielerin betonte, dass die größte Hürde oft man selbst sei. „Dass die einzige Person, die mir wirklich im Weg stehen kann, ich selbst bin. Als ich mein Unternehmen gründen wollte, haben mir viele Menschen gesagt, ich solle lieber einfach das Gesicht einer Marke sein oder eine Beauty-Kampagne machen. Niemand nahm meine Idee wirklich ernst, schon gar niemand sah in mir eine Gründerin. Hätte ich auf sie gehört oder meinen eigenen Selbstzweifeln die Kontrolle überlassen, gäbe es The Honest Company heute nicht.“

Der Erfolg von The Honest Company

2012 gründete Alba „The Honest Company“, die giftfreie Pflegeprodukte vertreibt. Bereits drei Jahre später wurde das Unternehmen mit 1,7 Milliarden US-Dollar bewertet. Heute hat sie sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, sitzt aber weiterhin im Aufsichtsrat.

Selbstzweifel und Umgang mit Hass im Netz

Auch heute zweifelt Alba manchmal an sich selbst. „Selbstzweifel verschwinden nie vollständig. Ganz gleich, wie erfolgreich man ist. Es wird immer eine Stimme geben, die fragt, ob man wirklich bereit ist, ausreichend qualifiziert oder überhaupt fähig ist. Und es wird immer Menschen geben, die deine Vision nicht verstehen oder dein Potenzial nicht erkennen. Entscheidend ist, ihre Meinung nicht zu deiner eigenen werden zu lassen.“

Zu Hass im Internet sagte sie: „Ich glaube, wenn man versteht, dass Hass im Internet oft von Menschen kommt, die selbst mit etwas kämpfen, fällt es leichter, Mitgefühl zu empfinden und die Angriffe nicht persönlich zu nehmen. Immer wenn ich sehe, dass sich jemand die Mühe macht, etwas Negatives über mich oder über irgendjemand anderen zu schreiben, erinnere ich mich daran, dass diese Person wahrscheinlich selbst etwas durchmacht. Sonst hätte sie gar nicht die Energie, so viel Negativität oder Hass zu verbreiten.“

Offene Gespräche über mentale Gesundheit

Als Mutter von drei Kindern – Honor (18), Haven (15) und Hayes (9) – legt Alba großen Wert auf offene Kommunikation. „Es gibt bei uns keine Tabuthemen. Meine oberste Priorität ist es, für meine Kinder einen sicheren Raum zu schaffen. Sie sollen wissen: Wir können über alles reden, sie sollen alles fühlen, was ihnen gerade durch den Kopf geht, ohne Angst vor Verurteilung. Sie haben mich daran erinnert, dass Verletzlichkeit eine Stärke und ein Vorteil sein kann. Als ich aufgewachsen bin, wurde Verletzlichkeit oft als Schwäche angesehen. Sowohl kulturell als auch durch meine Erziehung. Durch meine Kinder habe ich jedoch erkannt, dass es kaum etwas Kraftvolleres gibt als einen Menschen, der seine Verletzlichkeit ehrlich zeigen und verarbeiten kann.“

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Zu der Frage, ob heute ehrlicher über mentale Gesundheit gesprochen werde, meinte Alba: „Ich würde gerne glauben, dass wir tatsächlich ehrlicher darüber sprechen. Ich bin in einem mexikanisch-amerikanischen Haushalt aufgewachsen, und dort war das Thema psychische Gesundheit ein absolutes Tabu. Die Haltung lautete eher: Kopf runter und weiterarbeiten. Nicht jammern. Schon allein über mentale Gesundheit zu sprechen, war mit einem Stigma behaftet. Das Thema wurde oft abgetan, und es herrschte das Gefühl, dass man sich dafür schämen müsse. Heute sprechen nicht nur jüngere Generationen viel offener über mentale Gesundheit, auch die Älteren erkennen zunehmend, wie wichtig sie für das allgemeine Wohlbefinden ist.“

Jessica Alba war von 2008 bis 2025 mit Cash Warren verheiratet, die Scheidung erfolgte im Jahr 2025. Zu den „WorldChanger“-Tagen im Stanglwirt kam sie direkt aus Hawaii, vom 18. Geburtstag ihrer Tochter Honor.