Seit Freitag sind bei Badeunfällen in Deutschland mindestens zehn Menschen gestorben, darunter zwei Kinder und ein Jugendlicher. Die Hitzewelle mit Temperaturen bis nahe 40 Grad lockt viele Menschen an Seen und Flüsse, doch die Abkühlung birgt tödliche Risiken.
Tödliche Unfälle am Samstag
Am Samstag ertrank ein 27-Jähriger im Neckar bei Heidelberg. Trotz des Einsatzes von Polizei, Rettungskräften und Tauchern blieb eine Reanimation erfolglos. Ein 30-Jähriger starb in einem Badesee bei Neuhofen südlich von Mannheim. Er war mit Freunden am See und ging allein ins Wasser; als sie ihn aus den Augen verloren, alarmierten sie die Rettungskräfte. In Berlin kamen zwei Männer ums Leben: Ein 42-Jähriger wurde leblos im Jungfernheideteich in Charlottenburg entdeckt und von Menschen in einem Schlauchboot geborgen, die mit Reanimationsmaßnahmen begannen. Der Rettungsdienst setzte diese fort, konnte aber nur noch den Tod feststellen. Ein 51-Jähriger wurde am Tempelhofer Hafen leblos im Wasser treibend entdeckt; Feuerwehrleute holten ihn heraus, doch auch hier half nichts mehr.
Kinder und Jugendliche unter den Opfern
Besonders tragisch sind die Todesfälle von Kindern und Jugendlichen. Im Herner Meer am Rhein-Herne-Kanal in Nordrhein-Westfalen starb ein sechsjähriges Kind. In Hessen wurde südwestlich von Frankfurt ein 40-jähriger Mann tot aus dem Waldsee Raunheim geborgen. Bereits am Freitag war ein 45-jähriger Mann im Seepark Lünen bei Dortmund von Besuchern aus dem Wasser gezogen worden; er starb später im Krankenhaus. Ein achtjähriger Junge wurde nach zweistündiger Suche tot aus einem Badesee in Isernhagen bei Hannover geborgen. Das Kind hielt sich den ersten Hinweisen zufolge im Wasser auf und war dann nicht mehr zu sehen. Nach stundenlanger Suche wurden am Freitag die Leichen von zwei älteren Schwimmern im Bodensee gefunden. Sie waren am Donnerstag vor den Augen ihrer Frauen in den See gesprungen und verschwunden.
Suche nach 14-Jährigem dauert drei Tage
Drei Tage dauerte die Suche nach einem 14-Jährigen in einem See bei Düren in Nordrhein-Westfalen. Er war am Freitag mit Freunden in einem Schlauchboot auf dem See unterwegs und fiel aus bislang ungeklärter Ursache ins Wasser. Taucher bargen ihn am Sonntagvormittag, ein Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Am Samstag ertrank zudem ein 41-jähriger Mann in einem Baggersee in Düsseldorf.
Hitzewelle und Gefahren beim Baden
Seit mehreren Tagen sorgt eine Hitzewelle in Deutschland für Temperaturen bis an und über die 40-Grad-Marke. Die Belastung ist groß, weil die Temperaturen vielerorts selbst nachts kaum Abkühlung bringen. Ein Sprung in kaltes Wasser ist erfrischend, belastet aber den Kreislauf stark und kann bei flachem Wasser besonders gefährlich sein. Die Halswirbelsäule ist besonders fragil; ein Sprung kopfüber in flaches Wasser kann schnell zu einer Lähmung führen.



