Hasskriminalität in Deutschland erreicht 2025 neuen Höchststand
Hasskriminalität 2025 auf Rekordhoch

Die Zahl der Hasskriminalitätsdelikte in Deutschland hat im Jahr 2025 mit 22.159 Fällen einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus einer am Dienstag vom Bundesinnenministerium veröffentlichten Übersicht hervor. Im Vergleich zum Vorjahr (21.773 Fälle) entspricht dies einem Anstieg von knapp zwei Prozent. Seit 2017 hat sich die registrierte Hasskriminalität nahezu verdreifacht – damals wurden 7.913 Fälle erfasst.

Rechtsextreme Motive dominieren

Knapp sieben von zehn Hassdelikten werden dem Phänomenbereich „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ zugerechnet. Von den insgesamt 22.159 Fällen entfallen 15.314 auf diese Kategorie. 2.857 Fälle werden der „ausländischen Ideologie“ zugeordnet, 2.628 der „sonstigen Zuordnung“, 998 einer „religiösen Ideologie“ und 362 dem Bereich „links“. Auch bei den Gewalttaten stellt die Kategorie „rechts“ mit 1.246 Delikten die größte Gruppe.

Fremdenfeindlichkeit als häufigstes Motiv

Fremdenfeindlichkeit bleibt das mit Abstand häufigste Motiv für Hasskriminalität. Im Jahr 2025 wurden 19.484 entsprechende Fälle registriert, darunter 1.476 Gewalttaten. Fast neun von zehn registrierten Hassdelikten weisen einen fremdenfeindlichen Hintergrund auf.

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Antisemitische Straftaten auf Rekordniveau

Die Zahl antisemitischer Straftaten stieg 2025 auf den Rekordwert von 6.548 Fällen. 2017 waren es noch 1.504. Damit hat sich antisemitische Hasskriminalität seit 2017 mehr als vervierfacht. Knapp die Hälfte dieser Taten (3.056) wird der Sparte „rechts“ zugerechnet, 2.293 der Kategorie „ausländische Ideologie“. Erstmals werden mehr als 2.000 antisemitische Straftaten dem Bereich „ausländische Ideologie“ zugeordnet.

Rassistische Straftaten deutlich gestiegen

Auch rassistische Straftaten nehmen deutlich zu. 2025 wurden 5.023 Delikte registriert, 2017 waren es noch 1.300. Die Zahl der Gewalttaten liegt bei 457. Damit überschritt die Zahl rassistisch motivierter Straftaten 2025 erstmals die Marke von 5.000 Fällen.

Straftaten gegen sexuelle Orientierung und Frauen

Bei Straftaten gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zeigt sich ebenfalls ein drastischer Anstieg: 2025 wurden 2.070 Fälle erfasst, 2017 waren es 313. Frauenfeindliche Hasskriminalität hat sich seit Einführung des Merkmals 2022 nahezu vervierfacht: von 206 Fällen (2022) auf 819 Fälle (2025). Im Vergleich dazu wurden 18 männerfeindliche Taten registriert.

Politisch motivierte Kriminalität insgesamt auf Höchststand

2025 wurden insgesamt 85.837 politisch motivierte Straftaten registriert – so viele wie nie seit Einführung der Statistik. Das sind 1,98 Prozent mehr als 2024 (84.172 Fälle). Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) stellte die Zahlen am Dienstag mit großer Sorge vor. Die zentrale Botschaft: Die PMK-Fallzahlen liegen höher als im Vorjahr, als erstmals die Schwelle von 80.000 Fällen überschritten wurde.

Linksmotivierte Straftaten steigen deutlich

Besonders stark legte der Bereich linksradikaler Gewalt zu: 13.490 Fälle bedeuten ein Plus von 35,3 Prozent. Bei rechter Gewalt wurden 42.544 Fälle registriert – ein leichter Rückgang um 0,6 Prozent, aber weiterhin mit Abstand der größte Phänomenbereich.

Islamistische Tötungsdelikte

Besonders schwer wiegt, dass im Bereich religiöser Ideologie 2025 acht versuchte und zwei vollendete Tötungsdelikte registriert wurden. Die durchgeführten Anschläge verdeutlichen die hohe Gefährdungslage, die vom islamistischen Terrorismus unverändert ausgeht.

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