Ein Beschluss der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung schürt bei den früheren Besetzern des kommunalen Gebäudes in der Tornowstraße 40 auf Hermannswerder eine erhebliche Erwartung. Die Stadtverordneten haben beschlossen, dass die Verwaltung prüfen soll, in welchen ihrer leerstehenden Gebäude eine Zwischennutzung für soziale, kulturelle oder Wohnzwecke möglich wäre und welche Schritte dafür nötig sind.
Räumung im Frühjahr 2026
Das Haus in der Tornowstraße war im Frühjahr 2026 von einer Gruppe Aktivistinnen und Aktivisten besetzt worden. Die Stadt ließ es im Mai räumen. Seither steht das Gebäude leer. Die Ex-Besetzer hatten mehrfach ihr Interesse an einer legalen Nutzung bekundet – etwa für ein Wohnprojekt oder einen Kulturort. Bislang lehnte das Rathaus dies ab.
Neue Hoffnung durch Stadtratsvotum
Der jüngste Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 3. Juli 2026 gibt den Ex-Besetzern nun neue Hoffnung. „Wir sehen darin eine Chance, dass unsere Ideen doch noch Gehör finden“, sagte ein Sprecher der Gruppe. Die Stadtverordneten forderten die Verwaltung auf, innerhalb von drei Monaten einen Bericht vorzulegen, der konkrete Möglichkeiten für Zwischennutzungen aufzeigt. Dabei sollen auch Vorschläge von Initiativen und Bürgern berücksichtigt werden.
Realistische Perspektive oder bloße Symbolik?
Ob die Ex-Besetzer tatsächlich eine Chance auf eine legale Nutzung haben, ist fraglich. Die Stadtverwaltung hatte bisher betont, dass das Gebäude in der Tornowstraße für eine langfristige Nutzung vorgesehen sei – etwa als Kita oder Büro. Eine Zwischennutzung sei aus baurechtlichen Gründen schwierig. „Der Beschluss ist zunächst eine Prüfbitte, keine Zusage“, erklärte ein Sprecher der Stadt Potsdam auf Nachfrage. Die Ex-Besetzer bleiben jedoch optimistisch: „Wir werden uns weiter für eine Nutzung einsetzen, auch mit Blick auf andere leerstehende Immobilien in Potsdam.“
Leerstand in Potsdam: Mehrere Gebäude betroffen
Neben der Tornowstraße stehen in Potsdam mehrere kommunale Gebäude leer, darunter ehemalige Schulen und Verwaltungsbauten. Die Stadtverordneten erhoffen sich von der Prüfung neue Impulse für die Stadtentwicklung. „Wir wollen verhindern, dass bezahlbarer Raum ungenutzt bleibt“, sagte die Vorsitzende des Bauausschusses. Die Ex-Besetzer hoffen, dass die Tornowstraße als Pilotprojekt für künftige Zwischennutzungen dienen könnte.



