Wegen massiven Befalls mit dem Eichenprozessionsspinner hat das Sportamt Charlottenburg-Wilmersdorf sechs Sportanlagen vorsorglich geschlossen. Die Sperrung gilt bis Donnerstag, 18. Juni 2026. Betroffen sind die Wally-Wittmann-Sportanlage in der Waldschulallee, die Hans-Rosenthal-Sportanlage am Kühler Weg, die Julius-Hirsch-Sportanlage in der Harbigstraße, die Tennisplätze Harbigstraße sowie das Mommsenstadion einschließlich der angrenzenden Rollsportfläche.
Gefahr durch Raupenhaare
Die Raupen des Nachtfalters können mit ihren feinen Brennhaaren Hautreizungen, Atemwegsprobleme und allergische Schocks auslösen. Die Haare enthalten ein Nesselgift, das bei Kontakt starke Juckreize und Entzündungen hervorrufen kann. Besonders gefährdet sind Kinder, Allergiker und Asthmatiker. Das Sportamt reagierte daher mit der sofortigen Schließung der Anlagen, um die Gesundheit der Sportler und Besucher zu schützen.
Vereine fühlen sich überrumpelt
Die betroffenen Vereine zeigen sich verärgert über die kurzfristige Entscheidung. Sie fühlen sich von der Behörde überrumpelt, da sie erst am Tag der Sperrung informiert wurden. Viele hatten bereits Trainings- und Spielpläne für die kommenden Wochen erstellt. Der Trainingsbetrieb muss nun auf andere Anlagen ausweichen oder ganz ausfallen. Die Vereine fordern eine bessere Kommunikation und frühzeitige Warnungen vor solchen Maßnahmen.
Das Sportamt betont, dass die Sicherheit der Sportler oberste Priorität habe. Man arbeite mit Hochdruck daran, die Raupen zu bekämpfen und die Anlagen so schnell wie möglich wieder freizugeben. In der Zwischenzeit sollen die Vereine alternative Trainingsmöglichkeiten nutzen.
Hintergrund: Eichenprozessionsspinner
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen in den letzten Jahren vermehrt in Deutschland auftreten. Begünstigt wird die Ausbreitung durch milde Winter und warme Frühjahre. Die Raupen leben in geselligen Gruppen und wandern in langen Prozessionen die Eichenstämme hinauf, wo sie ihre Nester bauen. Die Bekämpfung erfolgt meist durch Absaugen der Nester oder den Einsatz von biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln.



