Nachdem die Rekordhitze Berlin und Brandenburg verlassen hat, zeichnet sich bereits der nächste Hochsommer-Vorstoß ab. Ab dem zweiten Juliwochenende könnte es wieder sehr warm werden, prophezeit Jörg Riemann, Chefmeteorologe der „Wettermanufaktur“. Eine lange oder extreme Hitzewelle sei jedoch nicht zu erwarten – ebenso wenig wie eine regnerische und kühle Phase. Dies gelte insbesondere für die ersten Wochen der Sommerferien, die in Berlin am 9. Juli beginnen.
Dramatische Trockenheit im ersten Halbjahr
Das erste Halbjahr 2023 war in Berlin von extremer Trockenheit geprägt. „Es fiel deutlich weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel“, erklärt Riemann. Die Böden seien ausgetrocknet, die Waldbrandgefahr sei hoch. Eine rasche Besserung sei nicht in Sicht, da die Wetterlage weiterhin von Hochdruckgebieten dominiert werde.
Die Ursache dafür liege in einer stabilen Großwetterlage über Mitteleuropa. „Ein ausgedehntes Hoch über Skandinavien lenkt immer wieder trockene und warme Luftmassen nach Deutschland“, so der Meteorologe. Dies führe zu überdurchschnittlichen Temperaturen und ausbleibenden Niederschlägen.
Aussichten für den Sommer
Trotz der anhaltenden Trockenheit sind extreme Höchstwerte wie 40 Grad unwahrscheinlich. „Die Luftmassen kommen meist aus Westen oder Nordwesten, sodass die Hitze nicht so extrem wird wie im Mittelmeerraum“, sagt Riemann. Dennoch sei mit mehreren Hitzewellen zu rechnen, die jeweils einige Tage andauern könnten.
Für die kommenden Wochen prognostiziert der Wetterexperte wechselhaftes Wetter mit gelegentlichen Gewittern, die jedoch lokal begrenzt seien und kaum zur Entspannung der Trockenheit beitrügen. „Die Regenmengen sind meist zu gering und fallen zu unregelmäßig, um die Defizite auszugleichen.“
Auswirkungen auf Landwirtschaft und Umwelt
Die anhaltende Trockenheit bereitet Landwirten und Umweltexperten Sorgen. Die Ernteausfälle könnten beträchtlich sein, insbesondere bei Getreide und Mais. Auch die Wasserstände in Flüssen und Seen sinken kontinuierlich. Die Berliner Forstverwaltung hat bereits die höchste Waldbrandwarnstufe ausgerufen.
Jörg Riemann rät zu einem bewussten Umgang mit Wasserressourcen. „Jeder Einzelne kann durch Wassersparen im Garten oder beim Autowaschen einen Beitrag leisten.“ Zudem solle man sich auf weitere heiße Tage einstellen und ausreichend trinken, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.



