Im Jahr 2024 wurden in Deutschland nur 3.517 Kinder adoptiert – so wenige wie zuletzt 1990. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden meldet einen Rückgang von 4 Prozent oder 145 Fällen im Vergleich zum Vorjahr.
Rückgang der klassischen Fremdadoptionen
Hauptgrund für den Rückgang ist laut Statistischem Bundesamt der anhaltende Rückgang der sogenannten klassischen Fremdadoptionen, bei denen weder Stiefeltern noch Verwandte das Kind adoptieren. Während die Gesamtzahl sinkt, steigt der Anteil der Stiefkindadoptionen kontinuierlich.
Altersstruktur der adoptierten Kinder
Mehr als ein Viertel der adoptierten Kinder war bei der Adoption jünger als ein Jahr, 31 Prozent waren ein oder zwei Jahre alt. Das Durchschnittsalter lag bei 5,1 Jahren. Die meisten Kinder (74 Prozent) lebten vor der Adoption bei einem Paar aus einem leiblichen Elternteil und einem Stiefelternteil. 10 Prozent kamen aus Krankenhäusern oder Mutter-Kind-Heimen, 8 Prozent aus Pflegefamilien. In 3 Prozent der Fälle ging eine anonyme Geburt oder die Abgabe über eine Babyklappe voraus.
Internationale Adoptionen stark rückläufig
Nur noch 1,6 Prozent der Adoptionen (56 Kinder) betrafen Kinder aus dem Ausland. Die häufigsten Herkunftsländer waren Thailand, Südafrika, Burkina Faso und Sri Lanka.
Stiefkindadoptionen dominieren
Der Anteil der Adoptionen durch einen neuen Partner eines leiblichen Elternteils stieg von 54 Prozent im Jahr 2010 auf 75 Prozent im Jahr 2024 – ein neuer Höchststand. Das Statistische Bundesamt erklärt: „Die Entwicklung ist insbesondere auf Stiefmütter in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zurückzuführen: Wird ein Kind in eine bestehende Partnerschaft von zwei Frauen hineingeboren, kann die Partnerin die Rechtsstellung eines leiblichen Elternteils nur über eine Stiefkindadoption erlangen.“
Gleichgeschlechtliche Paare treiben Anstieg
Von rund 1.590 Stiefmütter-Adoptionen im Jahr 2024 entfielen 80 Prozent auf gleichgeschlechtliche Frauenpaare, die keine Angaben zum Kindsvater machten. Diese Gruppe machte insgesamt 36 Prozent aller Adoptionen aus.



