Im Frühsommer 1966 öffnete in einer unscheinbaren Holzbaracke in Berlin-Wilmersdorf ein neuartiger Jugendclub seine Türen: das „Ça ira“. Junge Leute hatten die Baracke zuvor wochenlang eigenhändig renoviert. Sie strichen die Wände schwarz, bauten eine Bar und eine Bühne und sammelten Möbel aus Nachlässen zusammen. Ein Korbflechter fertigte im Auftrag der Jugendlichen gemütliche Lampenschirme an.
Ein Treffpunkt für eine ganze Generation
Der Club entwickelte sich schnell zu einem Magneten für Tausende Jugendliche. In den Protestjahren von 1966 bis 1968 zog er junge Menschen aus ganz Berlin an. Berühmte Persönlichkeiten wie Rudi Dutschke, Willy Brandt und Pete Seeger traten dort auf. Der Club bot eine Plattform für Diskussionen, Musik und politischen Austausch.
Warum war der Club so faszinierend?
Die Faszination des „Ça ira“ lag in seiner Einzigartigkeit. Es war ein Ort, der von Jugendlichen selbst gestaltet wurde und ihnen eine Stimme gab. Die schwarzen Wände und die selbstgebaute Bühne symbolisierten den Aufbruch und die Rebellion gegen das Establishment. Der Club wurde zu einem Symbol der Jugendkultur und des Protests.
Heute erinnert man sich an das „Ça ira“ als einen Ort, der eine ganze Generation prägte. Es war mehr als nur ein Club – es war ein Stück Berliner Geschichte. Die Erinnerungen an die Auftritte von Dutschke und Brandt sind noch immer lebendig. Der Club zeigte, wie junge Menschen durch Eigeninitiative und Kreativität einen Raum für Veränderung schaffen können.



