Rekordbeteiligung bei der 50. Sternfahrt des ADFC in Berlin
Am vergangenen Sonntag verwandelten zehntausende Fahrradfahrer die Berliner Straßen und Autobahnen in ein Meer aus Zweirädern. Die 50. Sternfahrt des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) lockte Teilnehmer aus ganz Deutschland an, die auf rund 20 Routen Richtung Großer Stern und Siegessäule radelten. Die Polizei zählte am Nachmittag bis zu 30.000 Teilnehmer – deutlich mehr als im Vorjahr.
Demonstration für bessere Radinfrastruktur
Die Sternfahrt ist als Demonstration angemeldet, weshalb die Radfahrer zeitweise Straßen und Autobahnabschnitte wie die Avus, A115 oder A100 für sich beanspruchen konnten. Autofahrer mussten auf Umleitungen ausweichen. Unter dem Motto „Die Zukunft fährt Rad!“ forderten die Teilnehmer einen Ausbau der Radwege und mehr Investitionen in die Fahrradinfrastruktur. Marlene Alber, Politische Referentin des ADFC Berlin, erklärte: „Die Menschen wollen von Herzen Radfahren, dennoch drängt die Politik sie an den Rand und schickt sie auf unsichere Wege. Wir fordern Ausbau statt Rückbau, Investitionen statt Kürzungen.“
Verlauf und Besonderheiten der Routen
Die 20 Routen umfassten 68 Treffpunkte, darunter zehn Routen von der Spanischen Allee über die Avus und acht über die A100. Zwei spezielle Kinderrouten mieden die Autobahn. Wegen des großen Andrangs kam es mehrfach zu Verzögerungen; auf den Autobahnen staute sich der Verkehr zeitweise über mehrere Kilometer. Auf der Strecke vom Platz der Luftbrücke zum Tempelhofer Damm mussten viele Teilnehmer schieben. In der City West hingegen floss der Verkehr flüssig.
Tipps für Teilnehmer
Das Tempo auf den Sternfahrten liegt bei etwa 10 bis 15 km/h, sodass auch Grundschulkinder und untrainierte Erwachsene mitfahren können. Die Kinderrouten sind sogar mit Laufrädern befahrbar. Eine Ausnahme ist die Expressroute ab Frankfurt (Oder), wo zunächst fast 30 km/h gefahren wird. Empfohlen werden verkehrssichere Fahrräder, ausreichend Getränke und Proviant, Sonnencreme, Regenschutz und ein Helm. Die große Anzahl an Radfahrern mit unterschiedlichem Können erhöht die Sturzgefahr.
Hinweise für Autofahrer und Passanten
Autofahrer müssen die Demonstration vorbeilassen, unabhängig von Ampelschaltungen. An den Stadträndern dauert die Passage oft nur Minuten, stadteinwärts können Kreuzungen bis zu einer halben Stunde blockiert sein. Autobahnzufahrten und die Autobahnen selbst sind mehrstündig gesperrt. Fußgänger sollten Hauptstraßen nur an gesicherten Stellen queren, um Unfälle zu vermeiden. Stattdessen können sie die ungewohnte Ruhe und saubere Luft genießen.
Rahmenprogramm und Ziele
Neben der Demonstration fand das Umweltfestival zwischen Großer Stern und Brandenburger Tor statt, bei dem sich Unternehmen und Vereine zu Öko-Themen präsentierten. Das Kommunikationsmuseum in der Leipziger Straße bot eine offene Fahrradwerkstatt mit freiem Eintritt für radelnde Besucher. Die Sternfahrt setzt sich seit Jahrzehnten für eine Verkehrspolitik ein, die Radfahrern sichere Wege schafft.



