Im US-Bundesstaat Ohio haben Behörden 16 Kinder im Alter zwischen einem und 18 Jahren aus einem Elternhaus in Hamden im Bezirk Vinton befreit. Vier Erwachsene wurden unter dem Verdacht der Kindeswohlgefährdung festgenommen. Die Kinder lebten nach Angaben der Ermittler unter „bedauerlichen“ Bedingungen und können teilweise nicht sprechen.
Sheriff: „Viehs werden besser gehalten“
Auf einer Pressekonferenz äußerte sich Sheriff Ryan Cain vom Vinton County erschüttert: „Ein Großteil unseres Viehs wird unter besseren Bedingungen gehalten als die Kinder.“ Überall im Haus hätten Fäkalien und Müll gelegen. Ohios Generalstaatsanwalt Andy Wilson warnte, dass ohne das Einschreiten der Behörden möglicherweise ein Todesfall eingetreten wäre: „Hätten wir noch weitere 24 Stunden gewartet, hätte es möglicherweise einen Todesfall gegeben, da bin ich mir ziemlich sicher.“
Lebensumstände und Rettung
Das Haus wurde am Dienstag durchsucht. Die genauen Gründe für den Verdacht der Behörden wurden nicht genannt. Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten, dass die Kinder in den vergangenen vier Jahren in einem Raum von knapp 12 mal 12 Metern leben mussten. Wilson beschrieb den Gestank, der ihm noch immer in der Nase hänge: „Ich konnte nicht in diesen Raum gehen, ich habe nur zur Tür hineingeschaut. Das war gestern, und ich kann den Geruch immer noch nicht aus der Nase bekommen.“
Staatsanwalt: Innerfamiliärer Vorfall
Die vier festgenommenen Erwachsenen sind Medienberichten zufolge die Eltern und Großeltern der Kinder. Staatsanwalt William Archer betonte, dass keine Gefahr für andere Kinder außerhalb der Familie bestehe: „Es handelt sich nicht um Menschenhandel, das ist ein innerfamiliärer Vorfall.“ Weitere Details gab er nicht preis.
Medizinische Versorgung und Kaution
Die Kinder wurden medizinisch versorgt und befinden sich nun in sicherer Umgebung. Die Ermittlungen dauern an. Für die vier Festgenommenen wurde eine Kaution von jeweils 300.000 Dollar (etwa 263.000 Euro) festgesetzt.



