Neuer Höchststand bei der Kampfmittelbeseitigung in Niedersachsen
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) Niedersachsen hat im vergangenen Jahr rund 232 Tonnen alter Kampfmittel aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg geborgen und entsorgt. Dies geht aus dem aktuellen Jahresbericht der Behörde hervor. Die Menge liegt elf Tonnen über dem Wert von 2024 und stellt einen neuen Höchststand in den letzten zehn Jahren dar.
Anstieg der Einsatzzahlen
Die Zahl der Einsätze der Kampfmittelexperten stieg im Jahr 2025 um 133 auf insgesamt 1.349. In 74 Fällen musste der KBD alte Munition direkt vor Ort sprengen, da die Kampfmittel nicht mehr transportfähig waren. Zu den geborgenen Gegenständen zählen Bomben, Granaten, Minen, Gewehrpatronen sowie Spreng- und Zündmittel mit Explosivstoffen. Auch Kriegswaffen fallen darunter.
Gründe für die Zunahme
Laut den Experten hängt die steigende Zahl an Kampfmittelfunden und Räumungen mit verstärkten Bauaktivitäten zusammen. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt Schienen, Straßen und Stromkabeltrassen ausgebaut. Diese Großbaustellen führen zu einer höheren Anzahl von Kampfmittelentdeckungen. Auch Baustellen auf See, etwa bei der Verlegung von Seekabeln für Offshore-Windparks, tragen dazu bei. In der niedersächsischen Nordsee verzeichnete die Behörde einen neuen Höchstwert seit 2016: 37 Tonnen Kampfmittel wurden dort geborgen, verglichen mit rund 23 Tonnen im Jahr 2024.
Großprojekte wie der Dethlinger Teich
Ein weiterer Grund für das hohe Fundaufkommen sind größere Räumprojekte, wie etwa der Dethlinger Teich bei Munster im Heidekreis. Dort wurden nach dem Zweiten Weltkrieg massenweise Munition, darunter Giftgas- und Sprenggranaten, in den Teich geworfen und anschließend zugeschüttet.
Zwischenfall mit Verletzten
Trotz Sicherheitsvorkehrungen kam es 2025 zu einem Zwischenfall: Bei der Bergung einer Brandbombe Anfang April wurden zwei Mitarbeiter des KBD verletzt. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) betonte die Unverzichtbarkeit der Arbeit des Kampfmittelbeseitigungsdienstes für die Sicherheit der Bevölkerung. Sie dankte den Einsatzkräften für ihre großartige Arbeit, die oft unter erheblichem Risiko für die eigene Gesundheit geleistet werde.
Organisation des KBD
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ist an das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung angegliedert. Er verfügt über drei Standorte: in Wardenburg bei Oldenburg, in Munster in der Lüneburger Heide und in Hannover.



