Protest an Berliner Schule: Zwölfjährige müssen mit Erwachsenen lernen
Protest: Zwölfjährige an Oberstufenzentrum in Berlin

Fassungslose Eltern der Max-von-Laue-Schule in Berlin-Steglitz-Zehlendorf protestieren gegen die Entscheidung, neue 7. Klassen an einem Oberstufenzentrum unterzubringen. Aufgrund fehlender Plätze an Sekundarschulen im Bezirk müssen Zwölfjährige nun gemeinsam mit jungen Erwachsenen an einem Standort lernen, der eigentlich für die Oberstufe vorgesehen ist.

Hintergrund des Protests

Die Bezirksreporterin Katrin Lange berichtet, dass die Elternschaft der Max-von-Laue-Schule schockiert ist. Der Schulsozialarbeiter Tom Pawlak spricht von einem „schlechten Start“ für die Siebtklässler. „Es ist nicht altersgerecht, dass Kinder im Alter von zwölf Jahren plötzlich mit 18- bis 20-Jährigen in einem Gebäude unterrichtet werden“, so Pawlak. Er befürchtet negative Auswirkungen auf die soziale und emotionale Entwicklung der jungen Schüler.

Platzmangel als Ursache

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf leidet unter einem akuten Mangel an Plätzen an weiterführenden Schulen. Laut Angaben der Elterninitiative wurden in diesem Schuljahr über 200 Anmeldungen für die 7. Klasse nicht berücksichtigt. Die Bezirksverwaltung sah sich gezwungen, Ausweichlösungen zu suchen, und wies die betroffenen Schüler dem Oberstufenzentrum zu. „Das ist eine Notlösung, die wir so nicht akzeptieren können“, sagt ein Vater, der namentlich nicht genannt werden möchte.

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Reaktionen der Schulleitung

Die Schulleitung der Max-von-Laue-Schule zeigt Verständnis für die Sorgen der Eltern, betont aber, dass man vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. „Wir haben keine Alternative, als die Kinder hier zu unterrichten. Die räumliche Trennung von den älteren Schülern ist organisatorisch schwierig, aber wir versuchen, das Beste daraus zu machen“, erklärt ein Sprecher der Schule. Dennoch bleibt die Stimmung angespannt.

Forderungen der Eltern

Die Eltern fordern eine sofortige Überprüfung der Entscheidung und langfristig den Bau neuer Schulgebäude im Bezirk. „Unsere Kinder werden hier nicht nur unterrichtet, sie sind auch sozialen Risiken ausgesetzt. Das darf nicht sein“, so ein weiteres Elternteil. Eine Petition wurde bereits gestartet und hat innerhalb weniger Tage über 1.000 Unterschriften gesammelt. Der Bezirksbürgermeister hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.

Ausblick

Der Protest zeigt die strukturellen Probleme im Berliner Schulsystem auf. Während die Bezirksverwaltung nach Lösungen sucht, müssen die betroffenen Siebtklässler vorerst an dem Oberstufenzentrum bleiben. Die Eltern kündigen weitere Aktionen an, falls keine zufriedenstellende Lösung gefunden wird. „Wir werden nicht locker lassen, bis unsere Kinder einen angemessenen Schulplatz haben“, sagt ein Mitglied der Elterninitiative.

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