Berlin leidet unter einer extremen Hitzewelle mit Temperaturen um die 40 Grad Celsius. Die erwartete Hitzewelle hat die Hauptstadt fest im Griff und treibt die Menschen in Scharen zu Freibädern und Seen. Fast alle Freibäder stoppten aufgrund des großen Andrangs den Ticketverkauf, während vor den Türen noch Dutzende auf Einlass hofften.
Polizei setzt Wasserwerfer zur Abkühlung ein
Die Berliner Polizei setzte am Nachmittag zwei Wasserwerfer ein, um mit Sprühnebel für Erfrischung zu sorgen. Geplant waren Aktionen unter anderem am Brandenburger Tor, am Reichstagsgebäude, auf dem Potsdamer Platz und am Roten Rathaus. Die Maßnahme soll den Bürgern angesichts der extremen Hitze eine kurze Erleichterung verschaffen.
Neuer Hitzerekord erwartet
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartete in Berlin und Brandenburg bis zu 41 Grad Celsius, auch am Sonntag könnte es so heiß werden. Ob ein neuer Hitzerekord für die Hauptstadt aufgestellt wurde, war zunächst nicht klar. Im Norden Brandenburgs sind bereits in der Nacht zu Sonntag örtlich kräftige Schauer und Gewitter möglich, in Berlin könnte es dazu am Sonntagabend kommen. Zum Wochenstart wird es voraussichtlich etwas kühler.
Proteste trotz Hitze
Ungeachtet der großen Hitze protestierten Hunderte Menschen in Berlin-Mitte gegen die geplanten Sozialstaatsreformen der Bundesregierung. Dazu aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden sowie dem Berliner Mieterverein. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes kamen rund 3.000 Menschen zur Kundgebung. Wegen des heißen Wetters verzichteten die Veranstalter auf einen zunächst geplanten Demozug.
Fridays for Future plant Klima-Demonstration
Fridays for Future kündigte kurzfristig für Sonntagabend eine Demonstration an – die Gruppe will angesichts der Hitzewelle in Deutschland den Kampf gegen die Klimakrise wieder mehr in den Fokus rücken. „Diese extremen Temperaturen sind das Ergebnis einer fossilen Politik, die lieber fossile Konzerne schützt als das Leben von Menschen“, heißt es im heute versendeten Demonstrations-Aufruf. Stattfinden soll der Protest im Invalidenpark in Berlin-Mitte – aufgrund der zu erwartenden Temperaturen erst um 21.00 Uhr. „Statt Menschen akut zu helfen und weitere krassere Hitzewellen vorzubeugen, befeuert die Bundesregierung weiter die Klimakrise; das ist verantwortungslos, brandgefährlich und nicht zu rechtfertigen“, kritisierte Nele Evers von Fridays for Future Berlin im Aufruf zur Demo. Der effektivste Schutz vor Hitze sei Klimaschutz.
Bahn rät von Reisen ab – viele Notrufe wegen Badeunfällen
Die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnunternehmen rieten wegen der Hitze am Wochenende von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. Für viele Menschen hatten die extremen Temperaturen gesundheitliche Probleme zur Folge. Laut Feuerwehr gab es in Berlin erneut viele Hitze-Einsätze, darunter Badeunfälle und Kreislaufprobleme. Besonders dramatische Fälle wurden zunächst nicht bekannt.
Verhaltenstipps und Wasserverbrauch
Bei Hitzewarnungen, wie sie am Samstag in Berlin und Brandenburg galten, empfiehlt der Deutsche Wetterdienst, die direkte Sonne und körperliche Anstrengungen während der heißesten Tageszeit möglichst zu meiden. Außerdem sollten Menschen ausreichend trinken, Wohnräume vor direkter Sonneneinstrahlung schützen und möglichst dann lüften, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Wenig verwunderlich war der Wasserverbrauch den gesamten Tag über verhältnismäßig hoch. Wie Zahlen der Berliner Wasserbetriebe zeigen, wurden zeitweise nahezu 45 Millionen Liter Wasser pro Stunde gebraucht. Die höchsten Werte wurden am Vormittag kurz nach 9.00 Uhr gemessen. Am Freitagabend stieg der Verbrauch gegen 20.00 Uhr in ähnliche Höhen.



