Berlin steht im September vor einer Wahl mit zahlreichen Neuerungen. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Landeswahlleiter Stephan Bröchler informierten über die Änderungen, die den Urnengang betreffen. Erstmals wird es nur noch einen Stimmzettel für Erst- und Zweitstimme geben, der sich am Design der Bundestagswahl orientiert und übersichtlicher gestaltet ist.
Wahlalter sinkt auf 16 Jahre
Eine Premiere erwartet die Hauptstadt: Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren dürfen erstmals an der Wahl zum Landesparlament teilnehmen. Bislang war die Wahlberechtigung auf Landesebene an die Vollendung des 18. Lebensjahres geknüpft. Diese Änderung soll die politische Teilhabe Jugendlicher fördern.
Mehr Wahllokale und neue Helfer-Regeln
Die Anzahl der Urnenwahllokale steigt um zehn Prozent auf 2542, hinzu kommen 1572 Briefwahllokale. Für den Wahltag werden rund 40.000 Wahlhelfer benötigt, die größtenteils bereits rekrutiert sind. Neue Regeln für Niederschriften und ein Praxisleitfaden sollen die Arbeit der Helfer erleichtern. Zudem gibt es eine interaktive Online-Schulung für die Ehrenamtlichen.
Kosten und Sicherheitsvorkehrungen
Die Wahlvorbereitung verursacht erhebliche Kosten: Allein für Druckerzeugnisse sind 1,3 Millionen Euro eingeplant, für Porto 3,5 Millionen Euro und für weitere Sachausgaben 2,8 Millionen Euro. Innensenatorin Spranger betonte die zentrale Bedeutung der Sicherheit: „Wahlen sind das Kernstück unserer Demokratie. Ihr Schutz hat oberste Priorität.“ Sie verwies auf mögliche Desinformationskampagnen durch Drittstaaten, die Zweifel an der Legitimität der Wahl schüren könnten. Die Innenverwaltung prüft den Einsatz einer Software zur Erkennung von Falschmeldungen in sozialen Medien. Landeswahlleiter Bröchler ergänzte: „Wir sind wachsam, aber wir sind nicht ängstlich. Wir versuchen uns, darauf vorzubereiten.“ Er betonte die Notwendigkeit schneller Reaktionen auf Falschmeldungen.



