SPD fordert Mindestalter: Wie gefährlich sind Energy-Drinks wirklich?
SPD-Mindestalter für Energy-Drinks: Experten warnen

Die SPD fordert ein Mindestalter für den Kauf von Energy-Drinks. Viele Jugendliche konsumieren regelmäßig die süßen Koffeinbomben, was bei Experten auf Kritik stößt. Der Mix aus viel Koffein und Zucker belastet Nerven und Kreislauf und raubt Teenagern den gesunden Schlaf. Doch wie gefährlich sind Energy-Drinks wirklich?

Koffeingehalt und Konsumverhalten

Der Koffeingehalt von Energy-Drinks ist etwas geringer als bei Kaffee: 100 ml Kaffee enthalten 40 bis 60 mg, 100 ml Energy-Drink etwa 32 mg, bestätigt Ernährungsmedizinerin Prof. Michaela Axt-Gadermann (59) im Gespräch mit BILD. „Das Problem ist, dass Kaffee meistens langsam und in Maßen getrunken wird, Energy-Drinks aber als kühle Erfrischung schnell und in größeren Mengen konsumiert werden und weitere Stimulanzien wie Taurin enthalten“, warnt die Expertin. Die Folgen: Nervosität, Schlafstörungen, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, vereinzelt sogar Todesfälle.

Gefährliche Kombinationen und Regulierungsvorschläge

„Gefährlich ist vor allem die Kombination aus Energy-Drinks und Alkohol, Drogen oder auch vor und während des Sports“, sagt Prof. Axt-Gadermann. Aus gesundheitlicher Sicht sei es deshalb sehr sinnvoll, den Verkauf zu regulieren. „Aber möglicherweise greifen Gamer oder junge Sportler dann verstärkt zu koffeinhaltigen, kühlen Kaffee-Mix-Getränken, deren Koffeingehalt ähnlich hoch oder höher ist.“

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Ernährungs- und Gesundheitswissenschaftler PhDr. Sven-David Müller (54) bestätigt die Gefahr. Auch er sieht das größte Problem in der Kombination aus Koffein, Zucker und Alkohol. Allein der hohe Zuckergehalt erhöhe das Risiko für Übergewicht, Adipositas und Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2. „Grundsätzlich sollte niemals mehr als ein Liter Energy-Drink getrunken werden – und immer ohne Alkohol.“

Müller ist deshalb für ein Verkaufsverbot an Unter-18-Jährige in Bars, Diskotheken und Kneipen in Kombination mit Warnhinweisen auf der Verpackung. Er sagt aber auch: „Ich möchte keine SPD-initiierte Ernährungsdiktatur, die alles besteuert oder verbietet. Wo soll das hinführen, wollen wir auch Eisbein oder Pommes mit Mayo verbieten, weil sie ungesund sind?“

Wissenschaftliche Belege für Gesundheitsrisiken

Dass die SPD-Idee grundsätzlich die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen schützen könnte, belegt die EDUCATE-Studie („Energy-Drinks: Unexplored Cardiovascular Alterations in TEens and TwEens“) von Dr. Felix S. Oberhoffer von der Abteilung Kinderkardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin am LMU Klinikum München. Das Ergebnis: Bei gesunden Jugendlichen steigt schon bei knapp 100 Millilitern Energy-Drink pro 10 Kilogramm Körpergewicht der Blutdruck an und der Herzrhythmus kann sich verändern. Eine andere Studie zeigte außerdem, dass zuckerhaltige Getränke wie Energy-Drinks bei Jugendlichen Angststörungen fördern können.

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