Bei einem spektakulären Unfall im Berliner Autobahntunnel Forstamt ist ein Audi mehrfach gegen die Tunnelwand geprallt. Die Polizei nahm drei mutmaßliche Insassen fest – einer von ihnen, ein 42-Jähriger, musste aufgrund eines offenen Haftbefehls in Untersuchungshaft. Der eigentliche Fahrer des Wagens konnte fliehen.
Hergang des Unfalls auf der A111
Nach Angaben der Polizei war der Audi am Sonntagmorgen gegen 4.30 Uhr auf der A111 in Richtung Norden unterwegs. Zeugen berichteten, dass das Fahrzeug mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit gefahren sei und durch mehrere gefährliche Fahrmanöver aufgefallen sei. Im Tunnel Forstamt verlor der Fahrer die Kontrolle, der Wagen kollidierte mehrfach mit der Tunnelwand und kam schließlich zum Stillstand.
Als die alarmierten Einsatzkräfte eintrafen, trafen sie in der Nähe des Unfallwagens drei Männer im Alter von 17, 18 und 42 Jahren an. Diese gaben an, dass der Fahrer des Audis geflüchtet sei. Die Polizei durchsuchte das Fahrzeug und stellte unter anderem den Fahrzeugschlüssel, einen Waffenholster und Tierabwehrspray sicher. Der Wagen wurde beschlagnahmt.
Festnahme und Ermittlungen
Bei der Überprüfung der Personalien stellte sich heraus, dass gegen den 42-Jährigen ein Haftbefehl vorlag. Er wurde festgenommen und in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Die beiden anderen Männer, 17 und 18 Jahre alt, wurden nach polizeilichen Maßnahmen entlassen. Die Polizei ermittelt nun, wer den Audi tatsächlich gefahren hat und wie viele Insassen sich zum Zeitpunkt des Unfalls im Fahrzeug befanden.
Die A111 in Fahrtrichtung Norden war zwischen 4.45 Uhr und 7 Uhr für die Unfallaufnahme und Spurensicherung voll gesperrt. Der Verkehr wurde umgeleitet. Die Polizei bittet Zeugen, die Angaben zum Unfallhergang oder zum flüchtigen Fahrer machen können, sich zu melden.
Hintergrund und weitere Fälle
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Unfällen mit Fahrerflucht ein. Erst kürzlich kam es in Thüringen zu einem ähnlichen Fall, bei dem ein betrunkener Fahrer einen Unfall baute und verletzte Mitfahrer zurückließ. In Karlsruhe floh ein Betrunkener nach einem Unfall und ließ eine verletzte 16-Jährige zurück. Die Polizei warnt eindringlich vor den Folgen von Fahrerflucht: Neben strafrechtlichen Konsequenzen drohen hohe Schadenersatzforderungen und der Verlust des Versicherungsschutzes.
Die Ermittlungen in Berlin dauern an. Die Polizei prüft auch, ob die im Wagen gefundenen Gegenstände – Waffenholster und Tierabwehrspray – im Zusammenhang mit anderen Straftaten stehen.



