Armutsquote in Rheinland-Pfalz steigt weiter an
Armutsquote in Rheinland-Pfalz steigt an

Die Armutsquote in Rheinland-Pfalz ist im vergangenen Jahr auf 16,6 Prozent gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hervor. Damit liegt das Bundesland leicht über dem bundesweiten Durchschnitt von 16,0 Prozent.

Besonders betroffen: Alleinerziehende und Migranten

Besonders stark von Armut betroffen sind in Rheinland-Pfalz Alleinerziehende und ihre Kinder. Hier liegt die Armutsquote bei rund 40 Prozent. Auch Menschen mit Migrationshintergrund sind überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen. Die Quote liegt hier bei etwa 30 Prozent.

Ursachen für den Anstieg

Als Hauptursachen für den Anstieg der Armutsquote nennen die Experten die gestiegenen Lebenshaltungskosten, insbesondere für Energie und Wohnen. Zudem hätten viele Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen oder seien von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Corona-Pandemie habe die Situation vieler Haushalte zusätzlich verschärft.

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Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert daher von der Landesregierung mehr Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut. Dazu gehörten unter anderem ein höherer Mindestlohn, eine bessere soziale Absicherung für Alleinerziehende und mehr bezahlbarer Wohnraum.

Reaktionen aus der Politik

Die SPD-geführte Landesregierung verwies auf bereits ergriffene Maßnahmen wie das Landesprogramm zur Armutsbekämpfung und die Erhöhung des Landesmindestlohns. Man nehme die Zahlen ernst und werde die Entwicklung weiter beobachten. Die Opposition kritisierte hingegen, die Maßnahmen der Regierung seien unzureichend und forderten ein Umdenken in der Sozialpolitik.

Der Armutsbericht zeigt auch regionale Unterschiede innerhalb von Rheinland-Pfalz. Besonders betroffen sind ländliche Regionen und strukturschwache Gebiete, während Städte wie Mainz oder Trier vergleichsweise niedrige Armutsquoten aufweisen.

Ausblick

Experten erwarten, dass die Armutsquote in den kommenden Jahren weiter steigen könnte, falls keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die Landesregierung kündigte an, den Dialog mit Sozialverbänden und Kommunen zu intensivieren, um gezielte Hilfen zu entwickeln.

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