Die Berliner Schulbauoffensive kommt voran, doch der Bedarf an zusätzlichen Schulplätzen bleibt auf Jahre hinaus hoch. Dieses Fazit zog Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) nach Vorlage eines Berichts im Senat. Jährlich investiert die Hauptstadt 1,5 Milliarden Euro in den Schulbau, gleichzeitig steigt die Zahl schulpflichtiger Kinder durch Zuzug weiter an, erklärte die CDU-Politikerin im Anschluss an die Senatssitzung.
Bilanz der Schulbauoffensive
Die Schulbauoffensive startete vor zehn Jahren im Schuljahr 2016/2017. Bis zum Schuljahr 2025/2026 wurden 32 Neubauten, 123 bauliche Erweiterungen und 61 neue Sporthallen realisiert. Dadurch entstanden rund 53.000 zusätzliche Schulplätze. Bis zum Schuljahr 2026/2027 soll die Zahl auf etwa 62.000 steigen.
Während 2025 noch 26.100 Schulplätze fehlten, sind es in diesem Jahr nur noch 24.100. Aus Sicht der Bildungsverwaltung ist dies eine gelungene Trendwende. Erstmals seit Beginn der Offensive nehme das rechnerische Defizit ab, betonte Günther-Wünsch.
Forderung nach einer Schulbaubehörde
Um schneller voranzukommen, schwebt der Senatorin eine Schulbaubehörde nach Hamburger Vorbild vor. „Ich würde das für eine sehr gute Entscheidung halten“, sagte Günther-Wünsch. Die Schulbauoffensive bleibe noch lange unverzichtbar, ein Enddatum könne sie nicht nennen. Selbst wenn das Defizit abgebaut sei, müsse Berlin weiter in die Substanzerhaltung der Schulen investieren.
Bereits jetzt fließen Mittel in den Erhalt. Zwischen 2017 und 2025 wurden insgesamt 1,544 Milliarden Euro in den baulichen Unterhalt gesteckt. Ein neues Sanierungskonzept der Taskforce Schulbau soll Maßnahmen beschleunigen. Dafür stehen zusätzlich 60 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität für die Jahre 2026 und 2027 bereit.



