Trotz absehbar sinkender Schülerzahlen in Berlin wollen die Bildungspolitiker des Senats das vorhandene Geld im System halten. Das große Ziel: Schulen sollen nicht zur Sparbüchse des Landes werden. Dies berichtet Chefreporter Joachim Fahrun in seiner Analyse zur Wahlserie 2026 „Finanzcheck Bildung“.
Geld ist knapp – aber nicht bei der Bildung
Die finanzielle Lage Berlins ist angespannt. Die nächste Koalition wird nur begrenzten Handlungsspielraum haben. Dennoch zeichnet sich in der Bildungspolitik ein Konsens ab: Die Mittel für die Schulen sollen trotz rückläufiger Schülerzahlen nicht gekürzt werden. Stattdessen geht es darum, die vorhandenen Ressourcen im System zu belassen und für eine bessere Qualität zu nutzen.
Sinkende Schülerzahlen als Chance
Der demografische Wandel führt in den kommenden Jahren zu weniger Schülern in Berlin. Dies könnte eigentlich Einsparungen ermöglichen. Doch die Bildungspolitiker sehen darin eine Chance: Kleinere Klassen, mehr individuelle Förderung und eine Entlastung der Lehrkräfte. „Das Geld muss dort bleiben, wo es gebraucht wird – in den Schulen“, so ein Sprecher der Bildungsverwaltung.
Herausforderungen für die nächste Koalition
Die kommende Landesregierung steht vor der Aufgabe, die Finanzierung langfristig zu sichern. Neben den laufenden Kosten für Personal und Gebäude sind auch Investitionen in Digitalisierung und Inklusion nötig. Die Bildungspolitiker appellieren an die Koalitionsverhandler, die Schulen nicht als Einsparpotenzial zu betrachten.
Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Mittel aus dem „Berliner Schulbauoffensive“ und dem „DigitalPakt Schule“ fortgeführt werden müssen. „Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, sonst verspielen wir die Erfolge der letzten Jahre“, warnt ein Bildungsexperte.
Stimmen aus der Politik
Mehrere Fraktionen im Abgeordnetenhaus haben sich bereits positioniert. Die SPD betont die Notwendigkeit, in Bildung zu investieren, während die Grünen auf eine sozial gerechte Verteilung der Mittel pochen. Die CDU fordert mehr Autonomie für die Schulen bei der Mittelverwendung. Die Linke warnt vor einer „Bildungsschrumpfung“ und verlangt zusätzliche Stellen.
„Schulen sind keine Sparkassen“, bringt es ein Bildungspolitiker auf den Punkt. „Jeder Euro, der jetzt gespart wird, fehlt später bei der Chancengerechtigkeit.“
Fazit: Bildung bleibt Schwerpunkt
Trotz knapper Kassen zeichnet sich ab, dass die Berliner Bildungspolitik auch in den kommenden Jahren nicht sparen will. Die Herausforderung wird sein, die Mittel effizient einzusetzen und gleichzeitig die Qualität zu steigern. Die nächste Koalition wird hier ihre Prioritäten setzen müssen.



