Einzigartige Ausstellung über DDR-Flucht in ehemaliger Stasi-Haftanstalt
Einzigartige Ausstellung über DDR-Flucht in ehemaliger Stasi-Haftanstalt

135 blaue Eimer, gefüllt mit Ostseewasser, stehen im sogenannten „Freihof“ der Gedenkstätte der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaft in Rostock. Jeder Eimer symbolisiert einen Menschen, der bei der Flucht über die Ostsee zu DDR-Zeiten ums Leben kam. Die Installation stammt von der Künstlerin Marie Jeschke, die mit ihrer Ausstellung „Fluide Grenze“ an diesen historischen Ort zurückkehrt.

Marie Jeschke, in Rostock geboren und heute in Berlin lebend, arbeitet seit 2024 mit Freitauch- und Unterwasser-Maltechniken an ehemaligen DDR-Fluchtrouten. Für ihre Kunst hat sie tauchen gelernt und stellt selbst Pflanzenfarbpasten her. Diese trägt sie unter Wasser mit den Händen auf durchlässige Leinwände auf, die sie „Membranen“ nennt. „Man kann auf der Oberfläche schön die Fließbewegung des Wassers sehen“, erklärt sie.

Die Ausstellung thematisiert die Flucht über die Ostsee, die zwischen 1961 und 1989 vor allem von Männern versucht wurde – schwimmend, mit Luftmatratzen oder selbstgebauten Booten. Versuchte oder geplante „Republikflucht“ war ab den frühen 1970er-Jahren der Hauptinhaftierungsgrund in der Stasi-U-Haft Rostock. Kuratorin Susanne Burmester betont: „Kunst kann Emotionen, die erstmal unbestimmt sind, Raum geben.“

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Wahrscheinlich starben noch mehr als 135 Menschen auf der Ostsee; mancher Fluchtversuch wurde als Badeunfall deklariert. Jeschke sagt: „Ich glaube, dass diese ehemalige Wassergrenze in allen von uns irgendwo noch ist.“ Die Ausstellung ist bis zum 30. April in der Gedenkstätte zu sehen. Am 5. März erscheint das gleichnamige Buch.

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