In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Postfilialen in den vergangenen Jahren gesunken, während die Beschwerden über Postdienstleistungen zugenommen haben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervor.
Demnach verringerte sich die Zahl der Postfilialen im Freistaat von 757 im Jahr 2016 auf 685 im Jahr 2025 – ein Rückgang um rund neun Prozent. Gleichzeitig stiegen die Beschwerden aus Sachsen von 871 im Jahr 2023 auf 1.386 im Jahr 2025, ein Plus von gut 59 Prozent.
Bundesweit wurden seit 2016 rund 630 sogenannte Universaldienstfilialen geschlossen, verbunden mit einem Abbau von etwa 46.000 Arbeitsplätzen. Den stärksten Rückgang gab es in Mecklenburg-Vorpommern, wo mehr als jede sechste Filiale schloss.
Der Leipziger Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann (Linke) sieht die Privatisierung des ehemaligen Staatsbetriebs vor gut 30 Jahren als Ursache: „Zum Wohle der Aktionäre werden sukzessive Filialen auf dem Land geschlossen und wenn überhaupt, mit Automaten ersetzt.“ Vor allem ältere Menschen seien benachteiligt, da sie für eine Briefmarke nun Kilometer fahren müssten.
Die Bundesregierung sieht die gesetzlichen Standards nicht gefährdet. Bundesweit müssen mindestens 12.000 Universaldienstfilialen existieren; 2025 waren es 12.393. Zudem sei die Gesamtzahl von Filialen und Paketshops aller Anbieter seit 2018 auf über 60.000 gestiegen, hinzu kämen fast 20.000 Paketstationen.
Die Deutsche Post setzt zunehmend auf automatisierte Standorte. Seit einer Gesetzesänderung Anfang 2024 können klassische Filialen durch automatisierte Stationen ersetzt werden. Ende 2025 betrieb das Unternehmen bundesweit 89 solcher Stationen, drei davon in Sachsen.



